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The Witch and the Hysteric: The Monstrous Medieval in Benjamin Christensen's Hxan
Benjamin Christensens schwedisch-dänischer Film H xan aus dem Jahr 1922 (bekannt unter dem englischen Titel Witchcraft Through the Ages) hat das Publikum fast ein Jahrhundert lang fasziniert, unterhalten, schockiert und verblüfft.
Der Film vermischt Dokumentarisches mit Fantasie, Geschichte mit Theatralik, Religion und Wissenschaft, die mittelalterliche Vergangenheit mit der modernen Kultur. Zu diesem unheimlichen Inhalt gesellt sich die formale Eigenart des Films, eine Mischung aus quasi-dokumentarischen und fiktionalen Episoden, illustrierten Vorträgen neben Dokudrama-Nachstellungen und Traumlandschaften.
Ist dies ein Dokumentarfilm, ein Horrorfilm oder beides? In diesem Kapitel argumentieren die Autoren Doty und Ingham, dass sich das Rätsel von Christensens H xan lösen lässt, wenn man sich mit dem provokanten und paradoxen Mediävismus des Films befasst, mit der fantasmatischen Darstellung der Hexe als mittelalterliches Monster. Ein solcher monströser Mediävismus wirft zudem ein beachtliches Licht auf die Geschlechter- und Kulturpolitik, wenn die Hexe zu einer weiblichen Figur in einer Zeit außerhalb der Gelenke wird.