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Hell and the Mercy of God
Wenn Gott wirklich barmherzig und liebevoll und vollkommen in seiner Güte ist, wie kann er dann Menschen, die nach seinem Ebenbild geschaffen wurden, zu ewigen Qualen in der Hölle verurteilen? Gottes Güte scheint unvereinbar damit, dass er denen, die sich seinem Willen widersetzen und sein Gesetz missachten, schreckliches Übel zufügt. Wenn man zu diesem Paradoxon noch die metaphysische Forderung hinzufügt, dass Gott in seiner Güte vollkommen sein muss, scheint das ewige Böse der Hölle im Widerspruch zu Gottes eigenem Wesen zu stehen.
Der katholische Philosoph Adrian Reimers stellt sich in Hell and the Mercy of God diesen Herausforderungen und stützt sich dabei auf relevante Quellen von Aristoteles bis Aquin, von Dante bis Tolkien, von Wagner bis Johannes Paul II. sowie auf Billie Holliday, The Godfather und die Musik von George Gershwin. Er präsentiert eine philosophische Theologie, die sich auf die Heilige Schrift stützt, über das Wesen des Guten und des Bösen, erforscht verschiedene Arten von Schmerz, die sieben Todsünden, die Auferstehung des Körpers, die Bedeutung des Mammons, die Kernbedeutung des Götzendienstes, die Psychologie Satans und derer, die seinen Weg wählen, und die moralische Verantwortung der menschlichen Person.
Diese Überlegungen erhellen die Verständlichkeit der orthodoxen katholischen Lehren über die Güte Gottes und die Realität der Hölle. Die Hölle ist keine willkürliche Auferlegung für menschliche Regelbrecher, sondern die Fortsetzung einer frei gewählten Lebensweise, die sich auch in dieser Welt manifestiert. Anhand von Beispielen aus der Geschichte, der Kunst und der zeitgenössischen Kultur kommt der Autor zu dem Schluss, dass jeder, der nicht an die Realität der Hölle glaubt, ihr nicht genug Aufmerksamkeit schenkt. Und doch bleiben Barmherzigkeit und Hoffnung siegreich, denn so wie Christus dem "guten Dieb" Dismas am Kreuz den Eintritt ins Paradies anbietet, so bietet Gott allen Lebenden weiterhin Umkehr und Erlösung an.