Bewertung:

Die Rezensionen heben eine Kritik an der Art und Weise hervor, wie die informierte Zustimmung in der Psychoanalyse gehandhabt wird, und stellen sie in Kontrast zu stärker regulierten Bereichen wie der Täuschungsforschung. Der Autor äußert sich besorgt über den Mangel an ethischer Aufsicht in der Psychoanalyse und plädiert für ein solideres Einwilligungsverfahren, das den Patienten im Vorfeld wichtige Informationen liefert.
Vorteile:Das Buch befasst sich mit einem wichtigen Thema in der Psychotherapie, nämlich der informierten Zustimmung, und bringt die ethischen Bedenken ans Licht, die von Praktikern übersehen wurden. Es regt wichtige Diskussionen über die Notwendigkeit des Patientenschutzes und der informierten Entscheidungsfindung im therapeutischen Umfeld an.
Nachteile:Kritiker halten die Schlussfolgerungen in Bezug auf die informierte Einwilligung in der Psychoanalyse für unbefriedigend und vermissen eine solide Verbindung zu anderen Optionen. Der Vergleich mit der Täuschungsforschung wird als unangemessen angesehen, und es wird befürchtet, dass der von den Autoren befürwortete Einwilligungsprozess den Patienten, die sich durch ihre Investition in die Behandlung gefangen fühlen könnten, keinen angemessenen Schutz bietet.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Informed Consent to Psychoanalysis: The Law, the Theory, and the Data
Das Ziel dieses Buches ist es, ein Konzept aus psychoanalytischer Sicht zu beleuchten - die informierte Einwilligung -, das die Gesundheitsversorgung in den Vereinigten Staaten verändert hat.
Bei der Untersuchung des Konzepts der informierten Zustimmung im Kontext der Psychoanalyse fasst das Buch zunächst das Recht und die Literatur zu diesem Thema zusammen. Ist die Einwilligung nach Aufklärung eine Frage des positiven Rechts? Was sagen, abgesehen von Gesetzen und Rechtsprechung, die Berufsverbände dazu?
Zweitens befasst sich das Buch mit der informierten Einwilligung als theoretischem Gegenstand. Es behandelt Fragen wie: Was wären die Elemente einer soliden informierten Einwilligung in der Psychoanalyse? Ist eine informierte Zustimmung hier überhaupt möglich? Können Patienten beispielsweise Übertragung oder Regression wirklich verstehen, bevor sie sie erleben, und ist es zu spät, wenn sie sie erlebt haben? Ist die informierte Zustimmung therapeutisch oder kontratherapeutisch? Kann eine "Prozessbetrachtung" der informierten Einwilligung hier Sinn machen?
Drittens gibt das Buch einen Überblick über die Daten zu diesem Thema. Ein ausführlicher Fragebogen, der von zweiundsechzig Analytikern beantwortet wurde, gibt Aufschluss über ihre diesbezügliche Praxis. Holen sie von ihren Patienten eine Einverständniserklärung ein? Was legen sie offen? Warum legen sie sie offen? Glauben sie, dass es in der Psychoanalyse überhaupt möglich ist, eine informierte Zustimmung zu erhalten? Glauben sie, dass die Praxis therapeutisch oder kontratherapeutisch ist, und in welcher Hinsicht? Sind sie der Meinung, dass eine informierte Zustimmung für die Psychoanalyse erforderlich sein sollte oder nicht?
Das Buch soll vor allem Therapeuten ansprechen, die sich für die ethischen Dimensionen ihrer Praxis interessieren.