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The Japanese Buddhist World Map: Religious Vision and the Cartographic Imagination
Vom vierzehnten bis zum neunzehnten Jahrhundert schufen japanische Mönche Hunderte von Karten, um ihren Platz in der buddhistischen Welt zu konstruieren und zu verorten. Dieser umfangreich illustrierte Band ist der erste, der das weitgehend unbekannte Archiv der japanischen buddhistischen Weltkarten erforscht und ihre Produktion, Reproduktion und Rezeption analysiert. Durch die Untersuchung dieser faszinierenden Quellen der visuellen und materiellen Kultur plädiert der Autor D. Max Moerman für eine alternative Geschichte des japanischen Buddhismus - eine, die uns zwingt, die Rolle des buddhistischen geografischen Imaginären in einer Kultur zu erkennen, die mehrere kartografische und kosmologische Weltanschauungen umfasste.
Die Inhalte und Kontexte der japanischen buddhistischen Weltkarten offenbaren die ambivalente und sich verändernde Position Japans in der buddhistischen Welt, seine Begegnung und Verhandlung mit fremden Ideen und Technologien sowie die Möglichkeiten einer globalen Geschichte des Buddhismus und der Wissenschaft. Moermans visuelle und intellektuelle Geschichte zeichnet die vielfältigen Wege der japanischen buddhistischen Weltkarten nach, beginnend mit der frühesten erhaltenen japanischen Weltkarte: einem Gemälde eines japanischen Mönchs aus dem 14. Jahrhundert, das die Kosmologie und Geographie Indiens und Zentralasiens auf der Grundlage eines Berichts eines chinesischen Pilgermönchs aus dem 7. Im weiteren Verlauf des Buches werden die kartografische Einbeziehung und die marginale Stellung Japans, die Kultur der Kopie und die Macht der Replikation im japanischen Buddhismus sowie die transkulturellen Prozesse der Auseinandersetzung mit und der Reaktion auf neue Weltbilder, die von iberischen Christen, chinesischen Buddhisten und dem japanischen Seehandel hervorgebracht wurden, erörtert. In weiteren Kapiteln werden die Veränderungen in den Medien und Botschaften der buddhistischen Kartographie im Zeitalter der Druckkultur und in den intellektuellen Debatten des 18. und 19. Jahrhunderts über Kosmologie und Epistemologie sowie die Polemik der buddhistischen Wissenschaft untersucht.
Die Weltkarte des japanischen Buddhismus bietet ein völlig neues Bild des japanischen Buddhismus, das die Möglichkeit vielfältiger und heterogener Modernitäten und alternativer Visionen von Japan und der Welt anerkennt.