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Saharan Jews and the Fate of French Algeria
Die Geschichte der algerischen Juden wurde bisher aus der Perspektive der Gemeinden an der Nordküste betrachtet, die in gewissem Maße zu den Nutznießern des Kolonialismus wurden. Doch im Süden, in der Sahara, waren die Juden einer härteren kolonialen Behandlung ausgesetzt.
In "Saharan Jews and the Fate of French Algeria" geht Sarah Abrevaya Stein der Frage nach, warum die Juden im Süden Algeriens von den französischen Behörden an den Rand gedrängt wurden, wie sie mit den manchmal brutalen Folgen umgingen und welche Auswirkungen dies in der postkolonialen Ära hatte. Anhand von Material aus dreißig Archiven in sechs Ländern erzählt Stein die Geschichte der kolonialen Auferlegung auf eine Wüstengemeinschaft, die seit Jahrhunderten in der Sahara lebte und reiste. Sie zeichnet ein faszinierendes historisches Bild einer uralten Gemeinschaft, des Handels durch die Sahara, der Arbeitslager in der Wüste während des Zweiten Weltkriegs, der Spionage durch Anthropologen, der Kämpfe um Öl und des Kampfes um die algerische Souveränität.
Indem er Kolonialismus und Dekolonisierung in die jüdische Geschichte und die Juden in die der französischen Sahara hineinschreibt, ist "Saharan Jews and the Fate of French Algeria" eine faszinierende Erforschung nicht des jüdischen Exzeptionalismus, sondern der kolonialen Macht und ihrer religiösen und kulturellen Differenzierungen, die die moderne Welt unauslöschlich geprägt haben. "