Bewertung:

In den Rezensionen wird hervorgehoben, dass Williams' Quellenmaterial gut gegliedert und informativ ist, insbesondere im Hinblick auf die epigraphischen Quellen. Es gibt jedoch Bedenken hinsichtlich der Voreingenommenheit gegenüber nichtjüdischen Quellen, da diese in erster Linie wenig schmeichelhafte Stereotypen wiedergeben sollen. Dies wirft Fragen zu den jüdischen Privilegien im historischen Kontext auf, die in dem Buch nicht angemessen behandelt werden. Für den allgemeinen Leser mag es ausreichen, sich auf Josephus und Philo zu stützen, und die Beschäftigung mit heidnischen Quellen könnte eine ausgewogenere Sichtweise bieten.
Vorteile:Gut geordnetes Quellenmaterial; informative epigraphische Quellen.
Nachteile:⬤ Voreingenommenheit gegenüber heidnischen Quellen
⬤ unzureichende Erläuterung der jüdischen Privilegien
⬤ könnte allgemeine Leser, die ein umfassendes Verständnis suchen, nicht zufrieden stellen.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
The Jews Among the Greeks and Romans: A Diasporan Sourcebook
Als eine der wenigen Gruppen in der griechisch-römischen Welt, die sich der kulturellen Assimilation widersetzten, blieben die Juden während der gesamten Antike ein Objekt der Faszination. Griechische und römische Schriftsteller widmeten ihnen viel Raum, aber nur wenige machten sich die Mühe, die Fakten über Juden zu erfahren, sondern berichteten lieber über Stereotypen und Gerüchte. Es gibt jedoch Belege dafür, wie die Juden in der Antike wirklich lebten und wie sie mit den Griechen und Römern, sowohl den heidnischen als auch den christlichen, interagierten.
In The Jews among the Greeks and Romans (Die Juden bei den Griechen und Römern) sammelt, bewertet und kontextualisiert Margaret Williams literarische und archäologische Belege für jüdische Gemeinschaften außerhalb des Landes Israel. Das Quellenbuch deckt den Zeitraum ab, der mit der Diaspora beginnt, die aus dem Chaos nach dem Tod Alexanders des Großen im Jahr 323 v. Chr. resultiert, und mit dem Untergang des jüdischen Patriarchats um 420 n. Chr. endet. In dieser Zeit eröffneten sich den Juden zunächst rasch neue Möglichkeiten, und im Jahrhundert nach Konstantin wurden dann allmählich, aber unaufhaltsam, die Schranken gegen sie errichtet.
Die aus dem Griechischen und Lateinischen neu übersetzten Dokumente decken ein breites Spektrum von Themen ab, darunter Religion, Sitten und Gebräuche, Feste, Unterdrückung, Staatsbürgerschaft, Militärdienst, Wirtschaft, Mischehen und die Konversion von Juden zu Nichtjuden und von Nichtjuden zu Juden. Während sich frühere Sammlungen auf literarische Texte konzentrierten, stellt der vorliegende Band papyrologisches und epigraphisches Quellenmaterial in den Vordergrund. Diese Texte, die nach griechisch-römischen epigraphischen Konventionen verfasst, aber von Juden geschrieben wurden, stellen eine außerordentlich reichhaltige Quelle für Informationen über die Werte und Praktiken der Juden in der Antike dar - einige wurden erst kürzlich entdeckt.
-- "Religious Studies Review".