Bewertung:

Das Buch „The Boys of Boise“ schildert die Verfolgung schwuler Männer in Boise, Idaho, in den 1950er Jahren, eine turbulente Zeit, die von Korruption, Homophobie und moralischer Panik geprägt war, und zeigt gleichzeitig den breiteren historischen Kontext der gesellschaftlichen Einstellung zur Homosexualität auf. Das Buch kombiniert Berichte aus erster Hand, gründliche Recherchen und kritische Perspektiven auf das politische und soziale Klima der damaligen Zeit.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben, gründlich recherchiert und bietet einen faszinierenden Bericht über ein bedeutendes, aber übersehenes historisches Ereignis. Die Leser schätzen den detaillierten dokumentarischen Stil, die fesselnde Erzählung und die Fähigkeit, Reflexionen über den Wandel der gesellschaftlichen Einstellung zu LGBTQ+-Themen anzuregen. Das Buch ist eine wichtige Ressource für das Verständnis der Überschneidung von Gemeinschaftspolitik, Strafverfolgung und Presse.
Nachteile:Einige Leser könnten die ausführliche Wiedergabe von Gerichtsdialogen und Primärquellen als übertrieben empfinden und es vorziehen, diese Details zusammenzufassen oder in Anhängen unterzubringen. Einige Rezensenten äußerten sich besorgt über die Darstellung der Personen im Buch und die mögliche Umschreibung der Geschichte, um die ursprünglichen Ereignisse zu verschleiern.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
The Boys of Boise: Furor, Vice and Folly in an American City
"John Gerassis klassische Studie, die 1965 über einen gleichgeschlechtlichen Sexskandal geschrieben wurde, der sich 1955 in Boise, Idaho, ereignete, beschreibt sowohl die traditionelle Reaktion der amerikanischen Mittelschicht auf Homosexualität als auch eine Ära in der Geschichte des Landes, bevor die moderne Schwulenrechtsbewegung richtig in Gang kam. Da vieles von dem, worüber Gerassi geschrieben hat, in den heutigen Kämpfen um Schwulen- und Lesbenthemen fortbesteht, kann sein Buch uns immer noch viel darüber sagen, wie die heutige Gesellschaft auf Homosexualität reagiert und sie missversteht" - Peter Boag.
Am Morgen des 2. November 1955 wurden die Einwohner von Boise, Idaho, von einer schreienden Schlagzeile im Idaho Daily Statesman aufgeschreckt: THREE BOISE MEN ADMIT SEX CHARGES. Das Time Magazine griff die Geschichte auf und berichtete, dass in Idahos behäbiger Hauptstadt seit langem eine "homosexuelle Unterwelt" existiere. Der Statesman war der Auslöser für die Hysterie, die zu Dutzenden von Verhaftungen - darunter auch einige hochrangige Mitglieder der Gemeinde - und Verurteilungen von Bewährung bis hin zu lebenslanger Haft führte.
Das Vorwort von Peter Boag ordnet das Buch in die historische Perspektive ein und fasst die populärpsychologischen Theorien und Rechtsauffassungen zusammen, die dazu beitrugen, Gerassis Forschung zu prägen. Er erörtert die Fortschritte im öffentlichen Umgang mit Homosexualität in Idaho und die Art und Weise, in der der von Gerassi beschriebene Provinzialismus bis heute fortbesteht.