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Creolizing the Nation
Creolizing the Nation (Die Kreolisierung der Nation) identifiziert die Form der Nation als eine mächtige Ressource für politische Kämpfe gegen Kolonialismus, Rassismus und andere Erscheinungsformen westlicher Hegemonie im globalen Süden, auch wenn es die homogenisierenden Effekte der Politik des Nationalismus anerkennt. Unter Rückgriff auf karibische, dekoloniale und lateinamerikanische feministische Quellen argumentiert Kris F.
Sealey, dass die Kreolisierung eine reichhaltige theoretische Grundlage für das Überdenken der Nation und den Einsatz ihres politischen und kulturellen Apparats bietet, um sich gerechtere, humanere Gemeinschaften vorzustellen. Durch die Analyse der Arbeiten von Denkern wie Douard Glissant, Frantz Fanon, Gloria Anzalda, Mara Lugones und Mariana Ortega zeigt Sealey, dass eine richtig kreolisierende Darstellung der Nation ein alternatives Imaginäres bietet, aus dem heraus das kollektive politische Leben verstanden werden könnte.
Kreolisierende Praktiken sind immer konstitutiv für den antikolonialen Widerstand, und ihre laufenden Verhandlungen mit der Macht sollten als alltägliche Sabotageakte verstanden werden. Sealey zeigt, dass der konzeptionelle Rahmen der Nation nicht dazu bestimmt ist, koloniale Ausprägungen des Nationalismus neu zu erschaffen, sondern vielmehr neue Möglichkeiten für Befreiung und Gerechtigkeit unterstützen kann.