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The Wars Inside Chile's Barracks, 1: Remembering Military Service Under Pinochet
Von 1973 bis 1990 wurden in Chile etwa 370.000 junge Männer - meist aus ärmlichen Verhältnissen - eingezogen, um als Soldaten in Augusto Pinochets Gewaltregime zu dienen. Einige waren brutale Vollstrecker, aber viele mussten selbst körperliche und psychische Misshandlungen, Überlebenstraining und Folter, willkürliche Bestrafungen, politische Verfolgung und Zwangsarbeit ertragen.
Leith Passmore untersucht die Entstehung einer Bewegung ehemaliger Wehrpflichtiger, die zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts Wiedergutmachung fordern. Die ehemaligen Soldaten stellten die Erinnerungspolitik in Frage, die die chilenischen Bemühungen um Wahrheit und Versöhnung geprägt hatte, und forderten die Anerkennung ihrer zerrütteten Familien, ihres schlechten Gesundheitszustands, ihrer Arbeitsunfähigkeit und ihres beschädigten Selbstverständnisses.
Auf der Grundlage von unveröffentlichtem Material, Zeugenaussagen, Interviews und Feldnotizen verortet Passmore die Erzählungen dieser Menschen über ihre Opferrolle am Schnittpunkt einer langfristigen Geschichte von Patriotismus, Männlichkeit und zyklischer Armut. Diese Berichte zeigen im Detail, wie Pinochets Krieg gegen die eigenen Bürger - ebenso wie die „Beinahe-Kriege“ mit den Nachbarländern Peru, Bolivien und Argentinien - auch in den chilenischen Kasernen geführt wurde.