Bewertung:

Die Rezensionen zu „The Cultural Logic of Computation“ bieten eine gemischte Perspektive auf das Buch und heben seinen kritischen Ansatz zur Rolle von Computern in der Gesellschaft hervor. Während einige Leser die Analyse überzeugend und relevant finden, kritisieren andere die Argumente des Autors und seine vermeintlichen Vorurteile.
Vorteile:Die Leser schätzen die kritische Analyse der Computer und ihrer gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen. Der philosophische und technische Inhalt wird als gut dargestellt empfunden, und Kapitel sechs, in dem Videospiele kritisiert werden, wird als besonders fesselnd bezeichnet. Einige Rezensenten halten das Buch auch Jahre nach seiner Veröffentlichung noch für relevant und schätzen die notwendige Kritik an der Technologie.
Nachteile:Kritiker bemängeln, dass die Argumente des Buches zu breit gefächert sein können, sich auf Schuldzuweisungen stützen und in bestimmten Bereichen zu wenig Tiefe aufweisen. Einige Rezensenten erwähnen eine vermeintlich anti-libertäre Voreingenommenheit und meinen, der Autor vernachlässige die positiven Beiträge von Computern und Libertarismus zur Kultur. Darüber hinaus wird in einigen Rezensionen bemängelt, dass Gegenargumente oder die Komplexität der behandelten Themen nicht berücksichtigt werden.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
The Cultural Logic of Computation
Befürworter von Computern stellen weitreichende Behauptungen über ihre inhärente transformative Kraft auf: Neu und anders als frühere Technologien, sind sie sicher, viele unserer bestehenden sozialen Probleme zu lösen und vielleicht sogar eine positive politische Revolution auszulösen.
In The Cultural Logic of Computation stellt David Golumbia, der mehr als zehn Jahre lang als Softwareentwickler gearbeitet hat, diese Orthodoxie in Frage und argumentiert stattdessen, dass Computer von Grund auf kulturell sind - dass es keinen Teil der scheinbaren technologischen Transformation gibt, der nicht von historischen und kulturellen Prozessen geprägt ist oder der sich der bestehenden Kulturpolitik entzieht. Aus der Perspektive transnationaler Konzerne und Regierungen nützen Computer der bestehenden Macht viel mehr, als dass sie Mittel zu ihrer Verteilung oder Anfechtung bereitstellen. Trotzdem hat sich unser Denken über Computer zu einer fast unsichtbaren Ideologie entwickelt, die Golumbia als „Computationalism“ bezeichnet - eine Ideologie, die unser Denken nicht nur über Computer, sondern auch über so weitreichende wirtschaftliche und soziale Trends wie die Globalisierung bestimmt.
Angetrieben von der Computerkenntnis eines Programmierers und der intensiven Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Literatur- und Kulturwissenschaften und poststrukturalistischer Theorie, bietet The Cultural Logic of Computation ein notwendiges Korrektiv für die unkritische Begeisterung für Computer, die heute in vielen Teilen unserer Kultur verbreitet ist.