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The Lateran Church in Rome and the Ark of the Covenant: Housing the Holy Relics of Jerusalem: With an Edition and Translation of the Descriptio Latera
Warum behaupteten die Domherren der Laterankirche (San Giovanni in Laterano) in Rom im zwölften Jahrhundert, dass sich die Bundeslade in ihrem Hochaltar befinde? In diesem Buch wird argumentiert, dass diese Behauptung eine Antwort auf die neuen Herausforderungen nach dem Ersten Kreuzzug von 1099 war.
Der christliche Besitz Jerusalems stellte die Legitimation der päpstlichen Kathedrale in Rom als Gipfel der sakralen Repräsentation in Frage. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde die so genannte translatio templi (Verlegung des Tempels) eingesetzt, um den Status des Lateran zu stärken.
Im Mittelpunkt stand die Bundeslade als Teil des Schatzes aus dem Jerusalemer Tempel, die angeblich nach Rom transportiert und nach zeitgenössischen Berichten auf dem Titusbogen abgebildet wurde. Die Autorin erforscht die Geschichte der Lateran-Bundeslade anhand der um 1100 verfassten Beschreibung der Laterankirche (Descriptio Lateranensis Ecclesiae). Sie verfolgt die Überlieferung des Textes sowohl im Lateranarchiv als auch in einer klösterlichen Umgebung in Nordfrankreich und Belgien und vergleicht den Anspruch auf die Bundeslade mit ähnlichen Behauptungen in Texten aus Jerusalem.
Das Buch enthält auch eine neue Ausgabe der Descriptio und eine englische Übersetzung. EIVOR ANDERSEN OFTESTAD hat in Kirchengeschichte promoviert.