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Last Days of Theresienstadt
Im Februar 1945, in den letzten Monaten des Dritten Reiches, wurde Eva Noack-Mosse in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Als gelernte Journalistin und erfahrene Schreibkraft wurde sie in der Zentralen Evidenzstelle des Lagers eingesetzt, wo sie endlose Listen zusammenstellte - ankommende Häftlinge, deportierte Häftlinge, beschlagnahmte Besitztümer von Häftlingen und all die obsessiven Details, die von der SS verlangt wurden.
Da sie Zugang zu den Lagerunterlagen hatte, hielt sie auch Statistiken und ihre eigenen Beobachtungen in einem geheimen Tagebuch fest. Noack-Mosse wollte mit ihrer Dokumentation der Schrecken des Theresienstädter Alltags dafür sorgen, dass sich eine solche Katastrophe nie wiederholen kann. Sie sammelte auch Informationen von überlebenden Häftlingen über frühere Ereignisse innerhalb der Festungsmauern, erlebte die Niederlage und den Abzug der Nazis, die Ankunft des Internationalen Roten Kreuzes und die Übernahme des Lagers und der Stadt durch die Sowjetarmee, half bei der Verwaltung der Schließung des Lagers und unterstützte die Vertriebenen bei der Suche nach dem Schicksal ihrer Familien und Freunde.
Nach Kriegsende und ihrer Rückkehr in die Heimat verglich Noack-Mosse ihre Daten mit denen anderer, um Beweise für die Verbrechen der Nazis zu finden. Mindestens 35.000 Menschen starben in Theresienstadt, weitere 90.000 wurden in Vernichtungslager deportiert.