
The Power of Memory in Democratic Politics
George Orwell vertrat die berühmte Ansicht, dass diejenigen, die die Vergangenheit kontrollieren, die Zukunft kontrollieren, und diejenigen, die die Gegenwart kontrollieren, die Vergangenheit kontrollieren. In dieser Studie über die Beziehung zwischen Demokratie und Erinnerung untersucht P.
J. Brendese Orwells Sichtweise und zeigt auf, wie politische Macht beeinflusst, was zur Erinnerung zur Verfügung steht, wem es erlaubt ist, sich an die Vergangenheit zu erinnern, und wann und wo an vergangene Ereignisse erinnert werden kann. Anhand einer Vielzahl von Denkern, darunter Sophokles, Friedrich Nietzsche, Jacques Derrida, James Baldwin und Toni Morrison, untersucht Brendese die Rolle der verleugneten Erinnerung und der Politik des kollektiven Gedächtnisses in demokratischen Prozessen im Laufe der Geschichte.
Zu den behandelten Fällen gehören die Demokratie im antiken Athen, Südafrikas Bemühungen, die Apartheid mit Hilfe der bahnbrechenden Wahrheits- und Versöhnungskommission zu überwinden, Mexikos Kampf um die Stärkung der demokratischen Rechenschaftspflicht nach dem schmutzigen Krieg und das ungelöste Erbe der Sklaverei in den Rassenbeziehungen der USA. Die Macht der Erinnerung in der demokratischen Politik stützt sich auf diese nationalen Geschichten, um eine Theorie der Erinnerung zu entwickeln, die die Art und Weise erklärt, wie die Vergangenheit in unbewussten, gewohnheitsmäßigen Praktiken weiterlebt und die Möglichkeiten der Freiheit, des Handelns und der politischen Vorstellungskraft prägt.
P. J.
Brendese ist Assistenzprofessor für Politikwissenschaft an der Johns Hopkins University.