Bewertung:

Das Buch stellt eine gründliche und originelle Studie über Staatsstreiche dar, wobei die Koordinationsdynamik gegenüber kriegerischen Aspekten im Vordergrund steht. Es verwendet eine solide Methodik, einschließlich des bisher größten Datensatzes, und bietet einen klaren und zum Nachdenken anregenden Schreibstil. Die Konzentration auf die ghanaischen Testfälle schränkt jedoch die universelle Anwendbarkeit ein, und es gibt Bedenken hinsichtlich möglicher Übervereinfachungen und einer mangelnden Berücksichtigung externer Faktoren, die Putsche beeinflussen.
Vorteile:⬤ Gründliche und gut geschriebene theoretische Arbeit
⬤ überzeugendes Modell, das zum Nachdenken anregt
⬤ größter bisher verwendeter Datensatz
⬤ einzigartiger Fokus auf Koordinationsdynamik
⬤ klarer und interessanter Schreibstil.
⬤ Überbetonung der ghanaischen Putsche schränkt den universellen Wert der Studie ein
⬤ mögliche Vereinfachung durch quantitative Analyse
⬤ fehlende Berücksichtigung externer Faktoren
⬤ plötzlicher Tonwechsel im letzten Kapitel untergräbt die wissenschaftliche Argumentation.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Seizing Power: The Strategic Logic of Military Coups
Obwohl Putsche für die meisten Regimewechsel und den Sturz vieler demokratischer Regierungen verantwortlich sind, gab es bisher nur sehr wenige empirische Arbeiten zu diesem Thema. Seizing Power entwickelt eine neue Theorie der Putschdynamik und -ergebnisse, die auf 300 Stunden Interviews mit Putschisten und einem Originaldatensatz von 471 Putschversuchen weltweit von 1950 bis 2000 beruht. Naunihal Singh liefert eine prägnante und empirische Bewertung und argumentiert, dass das Verständnis der Dynamik militärischer Gruppierungen für die Vorhersage des Erfolgs oder Misserfolgs von Putschen von wesentlicher Bedeutung ist.
Singh stützt sich auf einen Aspekt der Spieltheorie, der als Koordinationsspiel bekannt ist, um die Putschdynamik zu erklären. Er stellt eine starke Korrelation zwischen erfolgreichen Putschen und der Fähigkeit militärischer Akteure fest, Kontrolle auszuüben, und der Unvermeidbarkeit des Erfolgs. Anhand der mehrfachen Putsche in Ghana und des Putschversuchs 1991 in der UdSSR zeigt Singh, wie militärische Akteure ein Bild des bevorstehenden Sieges projizieren, das oft stärker ist als die Realität vor Ort.
Darüber hinaus identifiziert Singh drei verschiedene Arten von Putschdynamiken mit unterschiedlichen Erfolgswahrscheinlichkeiten, je nachdem, wo innerhalb der Organisation der jeweilige Putsch seinen Ursprung hat: Putsche von hochrangigen Militäroffizieren, Putsche aus den mittleren Rängen und meuternde Putsche von einfachen Soldaten.