
The Mappae Mundi of Medieval Iceland
Eine innovative, interdisziplinäre Annäherung an die wenig erforschten isländischen mappae mundi.
Die isländischen mappae mundi (Weltkarten), die zwischen ca. 1225 und ca. 1400 gezeichnet wurden, sind zeitgleich mit dem atemberaubenden Aufstieg der volkssprachlichen Literaturkultur entstanden und bieten wichtige Einblicke in das umfassende geografische Bewusstsein der Isländer im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert. Im Vergleich zu anderen Karten, darunter die englische Hereford mappa mundi, haben sie jedoch nur wenig kritische Aufmerksamkeit erhalten.
Dieses Buch untersucht die isländischen mappae mundi nicht nur im Hinblick darauf, was sie über das geografische Bewusstsein der Isländer aussagen, sondern auch als komplexe Register der isländischen nationalen Selbstwahrnehmung und -vorstellung, indem es sie in ihren verschiedenen literarischen, intellektuellen und materiellen Kontexten verortet. Es wird deutlich, wie die Isländer das kartografische Medium nutzten, um Fantasien über ihre nationale Herkunft, ihre politischen Strukturen und ihren Platz in Europa zu erkunden. Der kleine Kanon isländischer Weltkarten wird hier fotografisch reproduziert, wobei die Texte zusammen mit englischen Übersetzungen präsentiert werden, um ein breiteres Verständnis zu ermöglichen.