Bewertung:

Ruth Everharts Buch „The #MeToo Reckoning“ befasst sich mit dem allgegenwärtigen Thema des sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Es verwebt persönliche Erzählungen, biblische Analysen und eine kritische Untersuchung der kirchlichen Dynamik, die Missbrauch zulässt, miteinander und plädiert für Rechenschaftspflicht und Reformen. Die Autorin fordert die Kirchenleitung und die Gemeindemitglieder auf, sich ihrer Mitschuld zu stellen und sich für ein gerechteres und solidarischeres Umfeld für Überlebende einzusetzen.
Vorteile:Das Buch zeichnet sich durch seine Kühnheit, Klarheit und tiefe Einsicht in ein schmerzhaftes Thema aus. Es verbindet persönliche Geschichten mit biblischen Erzählungen, wodurch es sowohl nachvollziehbar ist als auch zum Nachdenken anregt. Die Rezensenten schätzen den traumainformierten Ansatz, das Engagement für Gerechtigkeit und den Aufruf zu systemischen Veränderungen innerhalb der Kirche. Das Buch wird als unverzichtbare Lektüre für Kirchenführer und -mitglieder beschrieben und bietet umsetzbare Schritte zur Schaffung sicherer Gemeinschaften.
Nachteile:Viele Leserinnen und Leser empfinden die behandelten Themen als schwierig und schwer, was die Lektüre des Buches zu einer emotionalen Herausforderung macht. Einige haben das Gefühl, dass sie ständig über schmerzhafte Themen nachdenken müssen, was vielleicht nicht für alle Leser geeignet ist. Auch wenn das Buch sehr empfehlenswert ist, könnte die düstere Natur des Inhalts einige davon abhalten, es in die Hand zu nehmen.
(basierend auf 88 Leserbewertungen)
The #Metoo Reckoning: Facing the Church's Complicity in Sexual Abuse and Misconduct
⬤ 2020 Publishers Weekly Buch des Jahres - Religion. Die #MeToo-Bewegung hat sexuellen Missbrauch und Übergriffe in jedem Bereich der Gesellschaft aufgedeckt, auch in der Kirche.
Doch die Opfer werden routinemäßig von Mitchristen ignoriert, die ihre Berichte leugnen und die Täter nicht zur Rechenschaft ziehen. Allzu oft haben sich die Kirchen mitschuldig gemacht, indem sie die Täter schützten, patriarchalische Machtverhältnisse verstärkten und eine Kultur der Geheimhaltung, der Scham und des Schweigens schufen. Die Pastorin und Überlebende Ruth Everhart beleuchtet die Häufigkeit von sexuellem Missbrauch und Fehlverhalten in Glaubensgemeinschaften.
Sie erzählt freimütig, wie sie und andere Menschen Übergriffe in kirchlichen Einrichtungen erlebt haben, und zeigt den Schaden auf, der Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften zugefügt wurde. Everhart gibt den Überlebenden Hoffnung, indem sie erklärt, dass Gott bei den Vergewaltigten ist und sich mit den Opfern solidarisiert.
Biblische Erzählungen wie die von Tamar und Bathseba haben im heutigen Kontext eine starke Resonanz, ebenso wie die Berichte über den Umgang Jesu mit Frauen. Gott ist inmitten dieses #MeToo-Moments am Werk, um die Kirche zur Umkehr zu rufen und uns von der Gewalt gegen die Schwachen zu befreien.