Bewertung:

Die Meursault-Untersuchung von Kamel Daoud ist eine neuartige Erkundung von Albert Camus' Der Fremde, wobei die Geschichte aus der Perspektive des Bruders des ermordeten Arabers erzählt wird. Während viele Rezensenten die philosophische Tiefe des Buches und seine Kritik am Kolonialismus loben, äußern sich einige enttäuscht über die Ausführung, indem sie Wiederholungen und einen Mangel an Charakterentwicklung anmerken.
Vorteile:Das Buch regt zum Nachdenken an und bietet eine einzigartige Perspektive auf Camus' Klassiker. Viele schätzen den Stil und die Eleganz von Daouds Schreibstil sowie die Tiefe der untersuchten Themen wie Existenzialismus, Kolonialismus und Identität. Die Entwicklung des Erzählers und das emotionale Gewicht der Geschichte kommen bei Lesern, die mit Der Fremde vertraut sind, gut an.
Nachteile:Kritiker weisen darauf hin, dass das Buch sich wiederholen kann und manchmal langweilig ist, was darauf hindeutet, dass es nicht den fesselnden Unterbau von Camus' Originalwerk hat. Einige finden die Entwicklung der Charaktere unzureichend und kritisieren die Erzählstruktur als verwirrend. Die Konzentration auf die Ressentiments des Erzählers kann von der Gesamterzählung ablenken und einige Leser unzufrieden zurücklassen.
(basierend auf 238 Leserbewertungen)
The Meursault Investigation
Bester übersetzter Roman des Jahrzehnts - Lit Hub.
A New York Times Notable Book of 2015 -- Michiko Kakutani, The Top Books of 2015, New York Times -- TIME Magazine Top Ten Books of 2015 -- Publishers WeeklyBest Books of the Year -- Financial TimesBest Books of the Year
"Eine fulminante Neuinterpretation von Camus' Der Fremde, aus der Sicht der stummen arabischen Opfer." --The New Yorker
Er war der Bruder des "Arabers", der von dem berüchtigten Meursault, dem Antihelden von Camus' klassischem Roman, getötet wurde. Siebzig Jahre nach diesem Ereignis weigert sich Harun, der seit seiner Kindheit im Schatten der Erinnerung an seinen Bruder lebt, ihn anonym bleiben zu lassen: Er gibt seinem Bruder eine Geschichte und einen Namen - Musa - und beschreibt die Ereignisse, die zu Musas zufälligem Mord an einem strahlend sonnigen Strand führten.
In einer Bar in Oran grübelt er Nacht für Nacht über seine Einsamkeit, sein gebrochenes Herz, seine Wut auf die Männer, die verzweifelt nach einem Gott suchen, und über seine Verwirrung angesichts eines Landes, das ihn so enttäuscht hat. Als Fremder inmitten seines eigenen Volkes möchte er endlich das Recht haben, zu sterben.
Der Fremde steht natürlich im Mittelpunkt von Daouds Geschichte, in der er einen der berühmtesten Romane der Welt sowohl befürwortet als auch kritisiert. Als würdige Ergänzung zu seinem großen Vorgänger ist Die Meursault-Untersuchung nicht nur eine tiefgründige Meditation über die arabische Identität und die katastrophalen Auswirkungen des Kolonialismus in Algerien, sondern auch ein beeindruckendes literarisches Werk, das mit einer einzigartigen und ergreifenden Stimme erzählt wird.