
Fashioning the Dandy: Style and Manners
Heute wie damals evoziert die Figur des Dandys das Bild eines modischen Mannes, der durch ausgeprägte Eleganz in der Kleidung und raffinierte Selbstdarstellung gesellschaftlichen Einfluss erlangt. Das Buch untersucht die Geschichte des Dandys als Kulturtypus in Europa und Russland vom 18.
Jahrhundert bis in die Gegenwart und analysiert die verschiedenen Erscheinungsformen des Dandyismus, vom sparsamen Minimalismus bis zum opulenten Reichtum. Olga Vainshtein bietet einen einzigartigen Blick auf den Dandyismus als eine kulturelle Tradition, die nicht nur auf modischer Kleidung basiert, sondern auch als ein bestimmter Lebensstil mit spezifischen Verhaltensstandards, Körperpraktiken und konzeptionellen Ansätzen zur Kleidung. Der Dandy wird als prototypischer Held des modernen Prominenten-Kults beschrieben.
Von den Umgangsformen im Club, den Techniken des virtuellen Aristokratismus, den urbanen Flaneuren und der richtigen Art, Menschen zu mustern, führt uns Vainshtein durch die optischen Duelle und die Techniken der visuellen Bewertung bei gesellschaftlichen Zusammenkünften. Der Leser lernt Strategien des subversiven Verhaltens kennen, die in Scherzen, der hohen Kunst des adligen Skandals, dem trockenen Witz, der unverhohlenen Frechheit und der spöttischen Höflichkeit zu finden sind.
Vainshtein umreißt die Prinzipien des Dandytums durch eine Untersuchung der Strategien der Selbstdarstellung berühmter Dandys wie George Brummell, Graf D'Orsay, Oscar Wilde und Robert de Montesquiou. Vainshtein betrachtet den Dandyismus als eine literarische Bewegung des neunzehnten Jahrhunderts und untersucht die Darstellung von Dandys in der Belletristik.
Nebenbei bietet der Autor dem englischsprachigen Leser etwas völlig Neues: eine Geschichte des russischen und sowjetischen Dandytums. Schließlich ist ein großer Abschnitt den Dandys von heute gewidmet, einschließlich der Diskussion über afrikanische Sapeurs.