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The Music of the English Parish Church: Volume 1
Dieses Buch ist die gründlichste und umfangreichste Geschichte der englischen Pfarrkirchenmusik, die je veröffentlicht wurde und deckt den Zeitraum vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart ab. Im Laufe der Jahrhunderte erklangen in englischen Pfarrkirchen alle Arten von Musik, von der reichen Chorpolyphonie der Regierungszeiten Heinrichs VIII.
oder Victorias bis hin zu den schlichten, unbegleiteten Psalmenmelodien des siebzehnten Jahrhunderts. Jahrhunderts. Temperley hat in diesem vernachlässigten Bereich eine Fülle faszinierender Musik sowie eine Vielzahl intellektueller Probleme gefunden, die den Gelehrten faszinieren.
Ein immer wiederkehrendes Thema des Buches ist der Konflikt zwischen zwei unvereinbaren Zielen der protestantischen Kirchenmusik: künstlerische Aufführung und populärer Ausdruck. Professor Temperley geht davon aus, dass die metrischen Psalmmelodien des Elisabethanischen Zeitalters Überbleibsel einer Art von Volksmusik waren, die dem bekannten Korpus der Balladenmelodien vorausging.
Diese einst lebhaften Melodien, die durch mündliche Überlieferung über mehrere Generationen unregulierten Gesangs weitergegeben wurden, wandelten sich allmählich zu sehr langsamen, zitternden Gesängen. Dieser spätere Stil, der als "die alte Art zu singen" bezeichnet wurde, wird hier zum ersten Mal vollständig beschrieben und erklärt.
Temperley führt den Leser durch die komplexen sozialen, theologischen und ästhetischen Bewegungen, die bei der Entstehung des spätviktorianischen Ideals des Chors mit Chorscheitel in jedem Chorraum eine Rolle spielten, und er nimmt eine neue Bewertung des alten Schreckgespenstes, der viktorianischen Hymnenmelodie, vor. Seine Ergebnisse zeigen, dass die radikalen liturgischen Experimente der letzten Jahre das viktorianische Modell für die Musik in der englischen Pfarrkirche nicht verdrängt haben.