Bewertung:

Das Buch bietet eine ausgewogene Perspektive auf die Rolle des Vatikans und das Schicksal der italienischen Juden während des Naziregimes, indem es ein umfassendes Verständnis mit persönlichen Berichten verbindet. Es wird jedoch durch technische Probleme mit der Seitennummerierung behindert, was die Lektüre erschwert.
Vorteile:⬤ Interessante Perspektive
⬤ gut geschrieben
⬤ bietet eine gute Einführung in ein komplexes Thema
⬤ ausgewogener Blick auf die Rolle des Vatikans
⬤ ermutigt zur weiteren Erforschung der unterschiedlichen Standpunkte.
Schwierig zu lesen aufgrund von Problemen mit der Paginierung, bei der mehrere Seiten übersprungen werden; kann aufgrund der Anzahl der vorgestellten Personen verwirrend sein.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
The Nazis, the Vatican, and the Jews of Rome
Am 16. Oktober 1943 wurden die Juden Roms gezielt verhaftet und deportiert. Die Nazis, der Vatikan und die Juden von Rom untersucht, warum - und vor allem, wie - dies hätte vermieden werden können, und bietet neue Beweise und Einblicke in die Beteiligung des Vatikans. Rom lag damals in Reichweite der Alliierten, doch die überwältigende Stärke von Wehrmacht, Gestapo und SS in Rom verhinderte eine direkte Konfrontation. Moralische Verurteilungen hätten nicht funktioniert, ebenso wenig wie eine direkte Konfrontation durch die Italiener, die jüdische Führung oder gar den Vatikan.
Gallo unterstreicht die Notwendigkeit, herauszufinden, welche Handlungsoptionen die italienischen Juden am ehesten vor den Gaskammern bewahrt hätten. Das Buch untersucht den historischen Kontext und vermeidet normative oder kontrafaktische Behauptungen. Es stützt sich auf Archivquellen, die von Tagebüchern bis hin zu geheimdienstlichen Abhörmaßnahmen in englischer, italienischer und deutscher Sprache reichen.
Da der Antisemitismus heute wieder zunimmt und die letzten verbliebenen Zeugen sterben, ist es wichtig zu verstehen, was 1943 geschah. Die Nazis, der Vatikan und die Juden in Rom setzt sich mit dieser besonderen, schrecklichen Episode innerhalb der größeren, entsetzlichen Geschichte des Holocausts auseinander. Trotz der Unzulänglichkeit der Erinnerung müssen wir weiterhin versuchen, dem Unerklärlichen einen Sinn zu geben.