
Reassessing Communism: Concepts, Culture, and Society in Poland 1944-1989
Die dreizehn Autoren dieses Sammelbandes haben es sich zur Aufgabe gemacht, sachliche Kritik an der vorherrschenden Erzählung über den Kommunismus in Polen zu üben, indem sie neue Analysen des Konzepts anbieten und auch die Erscheinungsformen des Antikommunismus untersuchen. Sie betrachten kommunistische Ideen und Praktiken, Programme und ihre Umsetzung als ein untrennbares Ganzes und untersuchen die Fragen der Emanzipation, des sozialen Aufstiegs und der Veränderungen im kulturellen Kanon.
Die Autoren weigern sich, den Kommunismus in Polen in vereinfachenden Kategorien des Totalitarismus, des absolut Bösen und der sowjetischen Kolonisierung zu behandeln, und lehnen es ebenso ab, Kommunismus und Faschismus gleichzusetzen. Sie machen sich auch nicht die neoliberale Sichtweise des Kommunismus als ein zum Scheitern verurteiltes Projekt zu eigen. Diese Aufsätze sind zwar völlig frei von Nostalgie, zeigen aber, dass der Kommunismus über Unterdrückung und schlechte Regierungsführung hinaus auch ein Regime war, in dem die Menschen eine Vielzahl von Zielen verfolgten und aufrichtig versuchten, eine bessere Welt für sich zu schaffen.
Das Buch ist interdisziplinär und wendet das Instrumentarium der Sozialgeschichte, Geistesgeschichte, politischen Philosophie, Anthropologie, Literatur-, Kultur- und Geschlechterforschung an, um einen differenzierten Blick auf die kommunistischen Regime in Ostmitteleuropa zu werfen.