Bewertung:

Das Buch „The New Corporation“ von Joel Bakan untersucht die systemischen Probleme in Unternehmen, die der Gewinnmaximierung Vorrang vor der sozialen Verantwortung einräumen. Es erörtert die weitreichende Macht von Unternehmen und legt nahe, dass ihre Fähigkeit, zum sozialen Wohl beizutragen, durch ihre finanziellen Mandate untergraben wird. In vielen Rezensionen werden die gut recherchierten Argumente des Buches und seine Bedeutung für das Verständnis der Unternehmenslandschaft hervorgehoben, doch einige äußern sich enttäuscht über den vermeintlich parteiischen Ton.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert und elegant geschrieben.
⬤ Liefert eine überzeugende Argumentation über die systemische Natur des Unternehmensverhaltens.
⬤ Hebt wichtige Beispiele und Lösungen aus der Praxis hervor.
⬤ Fesselt den Leser durch seinen eloquenten Stil.
⬤ Ermutigt zu einem kritischen Verständnis von Unternehmensmacht und demokratischen Werten.
⬤ Einige Leser fanden, dass das Buch einen parteiischen Standpunkt vertritt.
⬤ Kritik, dass es komplexe Themen im Zusammenhang mit dem Beitrag von Unternehmen zur Gesellschaft zu sehr vereinfacht.
⬤ In einigen Rezensionen wurde ein Mangel an umsetzbaren Lösungen oder praktischen Plänen für Reformen bemängelt.
(basierend auf 12 Leserbewertungen)
The New Corporation: How Good Corporations Are Bad for Democracy
Vom Autor von The Corporation: The Pathological Pursuit of Profit and Power (Das krankhafte Streben nach Profit und Macht) kommt dieser fundierte und schonungslose Blick auf die Art und Weise, wie Unternehmen sich hinterhältig als sozial bewusste Unternehmen umbenannt haben, die bereit sind, die Probleme der Gesellschaft anzugehen, während die Vergütungen der CEOs in die Höhe schießen, die Einkommensungleichheit einen historischen Höchststand erreicht hat und die Demokratie sich in einer prekären Situation befindet. EIN ALTES ORIGINAL.
In den letzten anderthalb Jahrzehnten haben Wirtschaftsführer, Führungskräfte aus dem Silicon Valley und die Elite von Davos eine neue Art von Kapitalismus gefordert. Die Zeichen standen auf Sturm. Angesichts der zunehmenden Einkommensungleichheit, der stagnierenden Löhne und der sich zuspitzenden Klimakrise war es nicht mehr zu rechtfertigen, im Namen des Shareholder Value die Umwelt zu schädigen und Steuern zu hinterziehen. Die Wirtschaftsführer erkannten, dass sie soziale und ökologische Werte in den Mittelpunkt ihrer Botschaften stellen mussten, wenn sie diese Probleme in den Griff bekommen wollten. Ihr Hauptargument war: Wer könnte besser geeignet sein, wichtige gesellschaftliche Probleme anzugehen, als effizient geführte Unternehmen? Es gibt nur ein kleines Problem mit ihrem Ansatz, Gutes zu tun, indem man Gutes tut. Unternehmen sind letztlich immer noch ihren Aktionären Rechenschaft schuldig, und gute Arbeit steht immer an erster Stelle.
Diese grundlegende Wahrheit steht im Mittelpunkt der Argumentation von Joel Bakan. In klarer und einnehmender Prosa legt Bakan eine Litanei unmoralischer Unternehmenshandlungen offen und dokumentiert die als soziale Initiativen getarnte Machtübernahme von Unternehmen. Er macht die Dringlichkeit des Problems der Korporatisierung der Gesellschaft deutlich und zeigt, wie die Menschen sich wehren und an der Basis etwas erreichen.