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The New York Tapes: Alan Solomon's Interviews for Television, 1965-66
Bisher unveröffentlichte Interviews mit einigen der führenden amerikanischen Nachkriegskünstler - darunter Frankenthaler, Johns, Oldenburg, Rauschenberg, Stella und Warhol -, die der berühmte Kurator Alan Solomon Mitte der 60er Jahre für das Fernsehen führte.
Dieser umfangreiche Band veröffentlicht zum ersten Mal eine Reihe von Interviews, die mit bedeutenden Künstlern der Ostküste und ihren Partnern geführt wurden, darunter Kenneth Noland, Jim Dine, Roy Lichtenstein, Marcella Brenner, Helen Jacobson, Clement Greenberg, Helen Frankenthaler, Larry Poons, Frank Stella, Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Claes Oldenburg, Barnett Newman, Leo Castelli, Andy Warhol, Gerard Malanga und Edie Sedgwick. Diese wurden Ende 1965 und Anfang 1966 für die Dokumentar-Fernsehserie USA: Artists von dem berühmten Kurator Alan Solomon produziert, der in der New Yorker Kunstwelt jener Zeit eine feste Größe war. Dies war eine logische Fortsetzung von Solomons jüngsten Kuratorentätigkeiten, zu denen vor allem die Organisation der Ausstellung der Vereinigten Staaten auf der Biennale von Venedig 1964 gehörte.
Das halbstündige Format der Episoden bedeutete, dass ein großer Teil von Solomons Originalinterviews, von denen einige eine Stunde oder länger dauerten, auf dem Boden des Schneideraums landete. Irgendwann nach Fertigstellung der Serie gingen die gefilmten und auf Band aufgenommenen Originalinterviews verloren. Ein einziger Satz maschinengeschriebener Transkripte, der in den Alan R. Solomon Papieren in den Archives of American Art, einer Zweigstelle der Smithsonian Institution (Mitherausgeber dieses Bandes), aufbewahrt wird, ist die einzige vollständige Aufzeichnung der ursprünglichen Interviews.
Die New Yorker Bänder versammeln diese Interviewtranskripte und veröffentlichen sie zum ersten Mal als Gruppe, ausführlich illustriert mit zahlreichen Standbildern aus den Fernsehsendungen und der dazugehörigen Dokumentation. Die Transkripte machen Material zugänglich, das in den endgültigen Sendungen nicht enthalten war, zeigen aber auch, wie das, was enthalten war, auf subtile Weise manipuliert wurde, um es dem Format des Dokumentarfernsehens anzupassen. Eine informative Einführung des Herausgebers Matthew Simms stellt das Projekt in den Kontext und hebt die Unterschiede zwischen den Interviews und den Filmen hervor und wirft ein neues Licht auf einen entscheidenden Moment der amerikanischen Nachkriegskunst und seine Darstellung in der Öffentlichkeit.