
The Poetics of Early Russian Crime Fiction 1860-1917: Deciphering Stories of Detection
Krimis haben im postsowjetischen Russland einen fast beispiellosen Erfolg, aber was wissen wir über ihre Ursprünge und ihre Entwicklung im neunzehnten Jahrhundert? Claire Whiteheads bahnbrechende und gründliche Studie holt die frühe russische Kriminalliteratur aus der Versenkung und untersucht detailliert, wie das Genre verschiedene Erzähltechniken einsetzt, um seine beeindruckende Wirkung zu erzielen. Die Autorin bietet aufregende neue Diskussionen über Werke von Fedor Dostoevskii und Anton Chekhov, lenkt aber auch das Augenmerk auf den bedeutenden Beitrag zahlreicher unbekannter und unterschätzter Autoren, darunter Nikolai Sokolovskii, Nikolai Timofeev, Semyon Panov, Aleksandr Shkliarevskii, Aleksandra Sokolova und Andrei Zarin.
Beginnend mit einer Untersuchung der generischen Hybridität des russischen Kriminalromans in seinen Anfängen, wendet sich die Aufmerksamkeit dann verschiedenen Aspekten der Textpoetik des Genres zu. Die Kapitel konzentrieren sich auf Fragen der erzählerischen Autorität, der Vielstimmigkeit, der Zeitstruktur, der Intertextualität, des erzählerischen Selbstbewusstseins und schließlich der Parodie, um zu untersuchen, wie die Texte den Zugang des Lesers zum Wissen manipulieren.
Claire Whitehead ist Dozentin für Russisch an der Universität von St. Andrews.