
The Politics of Military Force: Antimilitarism, Ideational Change, and Post-Cold War German Security Discourse
Die Politik der militärischen Gewalt untersucht die Dynamik des diskursiven Wandels, der die Teilnahme an Militäreinsätzen vor dem Hintergrund der deutschen antimilitaristischen Kultur möglich machte. Einst als striktes Tabu angesehen, gelten die sogenannten Out-of-Area-Einsätze heute in der deutschen Politik weithin als alternativlos.
Um zu verstehen, wie bestimmte Politiken ermöglicht werden (in diesem Fall militärische Auslandseinsätze und Streitkräftetransformation), muss man sich auf Prozesse des diskursiven Wandels konzentrieren, die dazu führen, dass verschiedene politische Optionen als rational, angemessen, machbar oder sogar selbstverständlich erscheinen. Auf der Grundlage der Diskurstheorie der Essex School entwickelt das Buch einen theoretischen Rahmen, um zu verstehen, wie diskursiver Wandel funktioniert, und zeigt auf, wie diskursiver Wandel einst undenkbare politische Optionen nicht nur akzeptabel, sondern sogar alternativlos macht.
Basierend auf einer detaillierten Diskursanalyse von mehr als 25 Jahren deutscher Parlamentsdebatten liefert The Politics of Military Force eine Erklärung für: (1) die Entstehung eines neuen hegemonialen Diskurses in der deutschen Sicherheitspolitik nach dem Ende des Kalten Krieges (diskursiver Wandel), (2) die Reartikulation des deutschen Antimilitarismus in diesem Prozess (ideeller Wandel/Normerosion) und (3) die daraus resultierende Ermöglichung von Militäreinsätzen und Gewalttransformation (Politikwandel). Dabei zeigt das Buch auch den Mehrwert eines poststrukturalistischen Ansatzes gegenüber dem naiven Realismus und den linearen Vorstellungen von Normenwandel, die in der deutschen Außenpolitik und den Internationalen Beziehungen im Allgemeinen so verbreitet sind.