Bewertung:

Die Rezensionen zu Joanna Mishtals Buch heben die aufschlussreiche und fesselnde Untersuchung der reproduktiven Rechte im postsozialistischen Polen hervor, die persönliche Erzählungen mit ethnografischen Untersuchungen verbindet. Das Buch wird für seinen klaren Schreibstil und seine Relevanz sowohl für ein akademisches als auch für ein allgemeines Publikum gelobt, insbesondere im Zusammenhang mit den Rechten der Frauen und der Regierungsführung.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und aufschlussreich
⬤ fesselnde persönliche Erzählungen
⬤ klare Definitionen von Konzepten
⬤ ethnografische Tiefe
⬤ geeignet für die Lehre
⬤ relevant für zeitgenössische Themen im Bereich der reproduktiven Rechte
⬤ trägt sowohl zum akademischen Wissen als auch zum öffentlichen Verständnis bei.
Einige Leser könnten das Thema als Nische oder spezifisch für den polnischen Kontext empfinden, was vielleicht nicht alle Leser anspricht; möglicherweise wird der theoretische Jargon zu Beginn als störend empfunden.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The Politics of Morality: The Church, the State, and Reproductive Rights in Postsocialist Poland
Nach dem Sturz des staatssozialistischen Regimes und dem Ende des Kriegsrechts im Jahr 1989 fühlte sich die polnische Gesellschaft sowohl von der Tyrannei der sowjetischen Kontrolle befreit als auch in der Erwartung, dass die Demokratie Freiheit bringen würde.
Nach dieser anfänglichen Welle der Begeisterung begannen jedoch politische Kräfte, die während der staatssozialistischen Ära verborgen geblieben waren, aufzutauchen und eine neue religiös-nationalistische Orthodoxie zu etablieren. Während die Solidarność den größten Verdienst an der Demokratisierung Polens hatte, arbeitete sie im Stillen mit der katholischen Kirche zusammen, der eine große Mehrheit der Polen zumindest nominell angehörte.
Als die Kirche als politische Kraft im polnischen Sejm und Senat auftauchte, führte sie zu einer raschen Aushöhlung der reproduktiven Rechte von Frauen, insbesondere des Rechts auf Abtreibung, das unter dem früheren Regime relativ gut etabliert war. Die Politik der Moral ist eine anthropologische Studie über diese Machtausweitung der religiösen Rechten und ihre Auswirkungen auf die Rechte des Einzelnen und die gesellschaftlichen Sitten. Sie untersucht die Widersprüche der postsozialistischen Demokratisierung in Polen: eine entstehende Demokratie auf der einen Seite und eine abnehmende Toleranz für reproduktive Rechte, Frauenrechte und politischen und religiösen Pluralismus auf der anderen.
Doch wie diese gründlich recherchierte Studie zeigt, widersetzen sich Frauen diesen Einschränkungen, indem sie illegal abtreiben, sich über religiöse Verbote von Verhütungsmitteln hinwegsetzen und sich in Interessengruppen organisieren. Während die Kämpfe um reproduktive Rechte in Polen weitergehen, zeigen diese Widerstände und inoffiziellen Praktiken die scharfen Grenzen religiöser Herrschaftsformen auf.