Die Präsidentschaften von Grover Cleveland

Bewertung:   (4,4 von 5)

Die Präsidentschaften von Grover Cleveland (Welch)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Die Rezensionen von Richard E. Welch, Jr.'s Biographie über Grover Cleveland stellen eine gut recherchierte und ausgewogene Untersuchung von Clevelands Präsidentschaft während des Gilded Age dar. Während der Autor für seine Gelehrsamkeit und seinen unvoreingenommenen Ansatz geschätzt wird, wird Cleveland selbst als eine eher unscheinbare Figur betrachtet, die sich mit den drängenden Problemen seiner Zeit schwer tat.

Vorteile:

Die Biografie zeichnet sich durch eine hohe wissenschaftliche Qualität und einen guten Schreibstil aus. Der ausgewogene Ansatz des Autors ermöglicht es den Lesern, sich ihre eigene Meinung über Cleveland zu bilden. Die Rezensenten fanden die Einblicke in Clevelands Aufstieg und seine Politik aufschlussreich und informativ und sprachen dem Buch großes Lob zu.

Nachteile:

Cleveland als Thema wird von einigen Rezensenten als langweilig und wenig tiefgründig empfunden. Sie kritisieren seine vermeintliche Unentschlossenheit, sein mangelndes Engagement für wichtige wirtschaftliche und soziale Fragen und seine allgemeine Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid in einer turbulenten Zeit der amerikanischen Geschichte.

(basierend auf 3 Leserbewertungen)

Originaltitel:

The Presidencies of Grover Cleveland

Inhalt des Buches:

Grover Cleveland, der sowohl der zweiundzwanzigste als auch der vierundzwanzigste Präsident der Vereinigten Staaten war, beherrschte die amerikanische politische Szene von 1884 bis 1896. Einst als ein Monument präsidialen Mutes angesehen, wurde Cleveland in der letzten Generation von Historikern als "Bourbon-Demokrat" abgetan, als Symbol jenes Flügels der Demokratischen Partei, der sich der Bewahrung des Status quo und dem Schutz der Interessen der Besitzenden verschrieben hat. In dieser revisionistischen Studie wirft Richard Welch einen neuen Blick auf die Cleveland-Administrationen und entdeckt einen Mann, dessen durchsetzungsfähiges Temperament häufig im Widerspruch zu seinem ererbten politischen Glauben stand.

Obwohl er sich öffentlich zu einer Whiggish-Version der Präsidentschaft bekannte, führte Clevelands aggressives Beharren auf der präsidialen Unabhängigkeit dazu, dass er zunehmend die Kontrolle über die Exekutive ausübte und dann versuchte, Einfluss auf den Kongress und die nationale Gesetzgebung zu nehmen. Cleveland prangerte zwar schnell die Bevormundung durch die Regierung und die Zentralisierung der politischen Macht an, erweiterte aber dennoch die Befugnisse der nationalen Regierung, indem er die Land- und Indianerpolitik des Bundes im Westen überarbeitete und die Armee während des Pullman-Streiks 1894 nach Chicago beorderte. Trotz seiner Ängste vor verfassungsrechtlichen Neuerungen war er weder ein Verfechter des Großkapitals noch war er sich der Probleme bewusst, die die wirtschaftliche Revolution nach dem Bürgerkrieg mit sich brachte. Er unterzeichnete den Interstate Commerce Act, warnte vor der wachsenden Macht industrieller Zusammenschlüsse, befürwortete die freiwillige Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf Bundesebene und bekämpfte die Monopolisierung westlicher Ländereien durch Eisenbahn- und Holzkonzerne.

Welch stellt Clevelands Kämpfe für die Tarifrevision, die Reform des öffentlichen Dienstes und den Goldstandard in den Kontext des Problems eines starken Präsidenten, dem es in der Regel nicht gelang, die Zusammenarbeit mit dem Kongress oder der demokratischen Partei zu gewinnen. Cleveland belebte die amerikanische Präsidentschaft und stellte das Gleichgewicht zwischen Exekutive und Legislative der Bundesregierung wieder her, aber durch seine verstockte Feindseligkeit gegenüber den Silverites und den "Agrarradikalen" trug er zur Spaltung und Niederlage seiner Partei bei den Wahlen von 1896 bei. Welch zeigt, dass Clevelands Erfolge und Misserfolge als politischer Führer auf sein autoritäres Temperament zurückzuführen waren, das Kompromisse als Kapitulation ansah.

Zwei Kapitel des Buches sind Clevelands Diplomatie gewidmet, wobei der Schwerpunkt auf seiner Reaktion auf die Revolutionen in Hawaii und Kuba sowie auf den Grenzstreit zwischen Venezuela und Großbritannien liegt. Welch wendet sich gegen die derzeit populäre These, dass die US-Diplomatie im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts eine konzertierte Aktion der Regierung darstellte, um die wirtschaftlichen Probleme des Landes durch die Ausweitung der Auslandsmärkte in Ostasien und Lateinamerika zu lösen.

Diese Neubewertung von Grover Clevelands historischem Vermächtnis bietet nicht nur Einblicke in den Charakter eines unserer interessantesten Präsidenten, sondern zeigt auch deutlich, dass die Cleveland-Jahre als wesentliche Vorstufe zur Entwicklung einer modernen Präsidentschaft und zur Identifikation mit der Exekutivgewalt dienten.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780700603558
Autor:
Verlag:
Sprache:Englisch
Einband:Hardcover

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