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The Practice of Citizenship: Black Politics and Print Culture in the Early United States
In den Jahren zwischen der Amerikanischen Revolution und dem US-Bürgerkrieg, als das rechtliche und kulturelle Verständnis von Staatsbürgerschaft immer restriktiver wurde, formulierten schwarze Schriftsteller eine weitreichende, praxisbezogene Theorie der Staatsbürgerschaft. Auf der Grundlage von politischer Partizipation, gegenseitiger Hilfe, Kritik und Revolution und den unzähligen täglichen Interaktionen zwischen Menschen, die in denselben Räumen leben, wird die Staatsbürgerschaft nicht dadurch definiert, wer man ist, sondern durch das, was man tut.
In The Practice of Citizenship (Die Praxis der Staatsbürgerschaft) untersucht Derrick R. Spires die parallele Entwicklung der frühen schwarzen Druckkultur und des rechtlichen und kulturellen Verständnisses der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft, die 1787 mit der Ausarbeitung der Bundesverfassung und der Gründung der Free African Society durch Absalom Jones und Richard Allen begann und 1861 mit dem Ausbruch des Bürgerkriegs endete. Zwischen diesen beiden Punkten entdeckt er bisher wenig untersuchte Persönlichkeiten wie William J. Wilson, dessen "Afric-American Picture Gallery" 1859 in sieben Teilen im Anglo-African Magazine erschien, und den Arzt, Abolitionisten und Essayisten James McCune Smith. Er stellt Texte wie die Protokolle schwarzer Staatskongresse neben Überlegungen zu kanonischen Figuren wie Frances Ellen Watkins Harper und Frederick Douglass.
Indem er die schwarze Druckkultur als einen Raum betrachtet, in dem Staatsbürgerschaft sowohl theoretisiert als auch praktiziert wurde, zeigt Spires, in welchem Maße Konzepte schwarzer Staatsbürgerschaft durch eine äußerst kreative und vielfältige Gemeinschaft von Schriftstellern entstanden, die sich nicht einfach auf repräsentative Figuren oder Genres reduzieren lassen. Von Petitionen an den Kongress bis hin zu Frances Harpers Gesellschaftsromanen: Schwarze Schriftsteller formulierten Staatsbürgerschaft sowohl explizit als auch implizit, wie das Buch zeigt, und zwar nicht einfach als Reaktion auf die weiße Vorherrschaft, sondern als selbstverständlichen Bestandteil der Gestaltung ihrer eigenen Gemeinschaften und der Erfüllung ihrer eigenen politischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse.