
The Queer Turn in Feminism: Identities, Sexualities, and the Theater of Gender
Mehr als jeder andere Bereich des Denkens des späten zwanzigsten Jahrhunderts sind die Gendertheorie und ihre Avatare zu einem großen Teil eine französisch-amerikanische Erfindung gewesen. In diesem Buch zeichnet ein führender französisch-amerikanischer Wissenschaftler die Unterschiede und Überschneidungen in der Entwicklung von Gender- und Queer-Theorien auf beiden Seiten des Atlantiks nach. Sie betrachtet diese Theorien durch eine sowohl "amerikanische" als auch "französische" Brille, also gleichzeitig rückblickend und vorausschauend, und versucht, deren angebliche Erschöpfung und Verbreitung auf beiden Seiten des Atlantiks zu erklären.
Das Buch ist in vier Teile gegliedert. Im ersten Teil untersucht die Autorin zwei spezifisch "amerikanische" Merkmale der Gendertheorien seit ihren frühesten Formulierungen: zum einen die Betonung der Theatralität von Geschlecht (von John Money's früher Charakterisierung von Geschlecht als "Rollenspiel" bis zu Judith Butler's Aneignung von Esther Newton's Arbeit über Drag Queens)
Zum anderen die frühe Übernahme einer "queeren" Perspektive auf Geschlechterfragen.
Im zweiten Teil reflektiert die Autorin über eine Verschiebung in der Rhetorik in Bezug auf sexuelle Minderheiten und Politik, die ist.
Heute vorherrschend. Sie stellt fest, dass sich die Bemühungen unterdrückter oder marginalisierter Bevölkerungsgruppen, sich "Gehör" zu verschaffen, in Richtung "Sichtbarmachung" verlagert haben, und zeigt die prägende Rolle der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung bei diesem neuen Streben nach Sichtbarkeit auf.
Der dritte Teil befasst sich mit der Hin- und Herreise der "sexuellen Differenz" über den Atlantik, seit sie von der Psychoanalyse in den Status eines Quasibegriffs erhoben wurde. Die Autorin geht der "Verqueerung" der sexuellen Differenz nach und reflektiert sowohl die Modalitäten als auch die Auswirkungen dieser Entwicklung.
Der letzte Abschnitt befasst sich mit der problematischen Beziehung zwischen dem westlichen Feminismus und dem Kapitalismus. Ohne diese Beziehung loben oder verteufeln zu wollen, zeigt die Autorin deren lang anhaltende politische und kulturelle Auswirkungen auf aktuelle feministische und postfeministische Kämpfe und Diskurse. Zu diesem Zweck konzentriert sie sich auf eine der intensivsten Debatten in feministischen und postfeministischen Kreisen, die Kontroverse über Prostitution.