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The Administration of Justice in Medieval Egypt: From the 7th to the 12th Century
Dieses Buch zeigt, wie politische und administrative Kräfte die Art und Weise der Rechtsanwendung im mittelalterlichen Ägypten beeinflussten. Es stellt das Modell vor, das sich zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert entwickelte und vier Rechtsinstitutionen umfasste: den Kadi, das Beschwerdegericht (Mazalim), die Polizei/Shurta (zuständig für die Strafjustiz) und das islamisierte Marktrecht (Hisba), das vom Marktaufseher/Muhtasib verwaltet wurde.
Anhand literarischer und nichtliterarischer Quellen wird aufgezeigt, wie diese Institutionen in realen Situationen wie der Hungersnot von 1024-1025 funktionierten, die die Marktaufseher in Kairo vor große Herausforderungen stellte. Die innere Arbeitsweise des Beschwerdegerichts während des Fatimidenstaates im 11. und 12. Jahrhundert wird anhand einer Reihe dokumentarischer Quellen aufgezeigt. Darüber hinaus werden die nicht-muslimischen Gemeinschaften, ihre Gerichte und ihr Verantwortungsbereich als integraler Bestandteil der Rechtsprechung im mittelalterlichen Islam behandelt. Die dokumentarischen Quellen bieten wichtige Einblicke in diese Fragen und beleuchten den Umfang und die Grenzen der Selbstverwaltung bzw. der gerichtlichen Autonomie von Nicht-Muslimen.
Insgesamt zeigt das Buch, dass die administrative und politische Geschichte des Justizwesens im mittelalterlichen Ägypten implizit und explizit umfassendere Fragen zu den religiösen und sozialen Kräften beleuchtet, die das Leben der mittelalterlichen Menschen im Nahen Osten - Muslime und Nicht-Muslime gleichermaßen - prägten.