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Apartheid's Black Soldiers: Un-National Wars and Militaries in Southern Africa
Neue mündliche Erzählungen schwarzer namibischer und angolanischer Soldaten, die in den Sicherheitskräften des südafrikanischen Apartheidregimes kämpften, zeigen, dass ihre Beteiligung und die Auswirkungen auf ihr Leben weitaus komplizierter sind, als die meisten Geschichtsforscher bisher angenommen haben.
In den antikolonialen Kämpfen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent dienten Zehntausende von afrikanischen Soldaten in den Streitkräften der Kolonial- und Siedlerstaaten. Im südlichen Afrika bildeten sie oft den größten Teil dieser Streitkräfte und waren in manchen Kontexten weitaus zahlreicher als die Kämpfer der bewaffneten Flügel der Befreiungsbewegungen. Trotz des bedeutenden Einflusses dieser Soldaten auf die militärische und politische Geschichte der Region wurde diese Dimension der antikolonialen Kämpfe im südlichen Afrika in der bisherigen Forschung fast vollständig ignoriert.
Schwarze Truppen aus Namibia und Angola waren die Speerspitze der militärischen Intervention des Apartheid-Südafrikas im antikolonialen Krieg und im Bürgerkrieg nach der Unabhängigkeit ihrer jeweiligen Länder. Auf der Grundlage mündlicher Interviews und Archivquellen stellt Lennart Bolliger die gängige Darstellung dieser Kriege als nationale Befreiungskämpfe in Frage, die von und für Afrikaner gegen weiße Kolonial- und Siedlerstaatsarmeen geführt wurden.
Anhand von drei Fallstudien über überwiegend schwarze Einheiten, die von weißen Offizieren befehligt wurden, untersucht Bolliger, wie und warum sich diese Soldaten an den südafrikanischen Sicherheitskräften beteiligten, und geht auf die Hinterlassenschaften dieser Beteiligung ein. Bei der Beantwortung dieser Fragen weist er die gängige Tendenz zurück, die Soldaten als "Kollaborateure" und "Verräter" zu kategorisieren, und zeigt die nicht-nationalen Facetten des antikolonialen Kampfes auf.
Schließlich zeigt die einzigartige Analyse der militärischen Kultur der Apartheid, dass die südafrikanischen Militäreinheiten keineswegs monolithisch waren, sondern ganz eigene institutionelle Praktiken, Mythologien und Konzepte einer militarisierten Männlichkeit entwickelten.