
The Changing World of a Bombay Muslim Community, 1870 - 1945
Die Muslime bildeten im neunzehnten Jahrhundert in Bombay eine unzusammenhängende und schwerfällige Gemeinschaft. Der Islam, den die verschiedenen Gruppen angeblich gemeinsam vertraten, konnte kaum ein Gefühl der Einheit oder des Zusammenhalts für Menschen vermitteln, die sich in Bezug auf Sprache, Bräuche und auch Formen und Praktiken des Glaubens so stark unterschieden.
Jahrhunderts hatte sich eine Klasse wohlhabender Reeder, Schiffsbauer und Kaufleute herausgebildet, die den verschiedenen Gemeinschaften der Stadt angehörten, von denen die Muslime einen wichtigen Teil bildeten. Diese Klasse war weltoffen, modern und im Allgemeinen reformorientiert: Ob Gujarati oder Maharashtrian, ihre Ziele der sozialen Reform, der Bildung und des politischen Bewusstseins wurden allmählich als Ziele wahrgenommen, die in allen Gemeinschaften und zunehmend auch in den verschiedenen Regionen verfolgt wurden. Die Fragen, die in den sozialen Unruhen dieser Zeit unter den Hindus aufgeworfen wurden, betrafen die Bildung von Frauen, das Heiratsalter, die Wiederverheiratung von Witwen und die Abgeschiedenheit von Frauen.
Diese Fragen waren der muslimischen Gemeinschaft nicht fremd, und die Rolle, die die muslimischen Führer in Bombay bei der Diskussion und Verhandlung dieser Fragen spielten, war angesichts der Größe und der relativen Rückständigkeit der Gemeinschaft nicht unbedeutend. In diesem Kontext zeichnet dieses Buch die sich entwickelnde Identität einer Familie aus Bombay und ihre sich wandelnden sozialen und politischen Ansichten im späten 19.
und frühen 20. Jahrhundert nach, wobei es sich auf drei Hauptquellen stützt: die Tagebücher der Familie, ein individuelles Erinnerungsbuch und Briefe aus Europa.