
The Seven Books of History Against the Pagans
Orosius schrieb die erste christliche Universalgeschichte, "Historiarum adversus paganos libri septem". Es wurde für eine Ergänzung der "Stadt Gottes", "Civitate Dei", gehalten, insbesondere des dritten Buches, in dem der heilige Augustinus zu beweisen versucht, dass das Römische Reich vor und nach der Annahme des Christentums ebenso viele Katastrophen erlitt. Unter den Heiden war es ein gängiges Argument, dass die Abkehr von der Verehrung ihrer Götter zum allgemeinen Zerfall des Römischen Reiches und allen damit einhergehenden Übeln geführt habe. Augustinus ärgert sich über die Hartnäckigkeit dieses Arguments und hofft, dass eine Geschichte aller bekannten Völker des Altertums mit dem Grundgedanken, dass Gott die Geschicke der Völker bestimmt, diesem heidnischen Denken ein Ende setzen würde.
Der heilige Augustinus beauftragte seinen jungen Freund Orosius mit der Durchführung dieser Arbeit. Die Geschichte des Orosius ist aufgrund seiner gedanklichen Verbindung zum heiligen Augustinus von besonderem Interesse. Der große Augustinus bat in seinen letzten Lebensjahren den jungen und weit weniger begabten Orosius, eine äußerst wichtige Aufgabe zu übernehmen.
Aus der Sicht des modernen Historikers und seiner wissenschaftlichen Methode ist das Werk des Orosius nicht sehr hoch einzuschätzen. Das im Jahr 418 fertiggestellte Werk zeigt Anzeichen von Eile. Neben der Heiligen Schrift und der vom heiligen Hieronymus überarbeiteten Chronik des Eusebius benutzte Orosius Livius, Eutropius, Caesar, Sueton, Florus und Justin als Quellen. Alle Katastrophen, die die verschiedenen Völker erlitten haben, werden oft mit lästiger Monotonie beschrieben. Dennoch ist das Werk als Geschichte wertvoll, da es zeitgenössische Informationen über die Zeit nach 278 n. Chr. enthält. Im Mittelalter war es weit verbreitet, und die Tatsache, dass heute noch fast 200 Manuskriptexemplare existieren, zeugt von seiner früheren Beliebtheit.