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The City as Anthology: Eroticism and Urbanity in Early Modern Isfahan
In den Haushaltssammlungen des Isfahan des 17. Jahrhunderts wurden alltägliche Texte und Gegenstände gesammelt, von Porträts, Briefen und Gedichten bis hin zu Eheverträgen und Talismanen.
Anhand dieser Familiensammlungen erzählt Kathryn Babayan eine neue Geschichte der Stadt zu dem Zeitpunkt, als sie sich zu einem kosmopolitischen Zentrum der kaiserlichen Herrschaft entwickelte. Indem sie das Leben der Menschen in einer Stadt ohne existierende staatliche oder bürgerliche Archive in den Blick nimmt, interpretiert Babayan das Archiv der Anthologien neu, um herauszufinden, wie die Bewohner ihre Gemeinschaften formten und ihr urbanes, religiöses und sexuelles Selbst gestalteten. Babayan hebt acht Einwohner hervor - vom König bis zur Witwe, vom Maler bis zum Religionsgelehrten, vom Dichter bis zum Bürokraten -, die ihre Stadt anthologisierten, indem sie ihre Beziehungen zu Freunden und Familie aufschrieben und die vielen Dimensionen der sozialen, kulturellen und religiösen Sphären des Lebens in Isfahan enthüllten.
Durch sie sehen wir die Gesten, Umgangsformen und Sensibilitäten einer gemeinsamen Kultur, die ihre Beziehungen gestaltete und die Grenzen zwischen Freundschaft und Erotik aushandelte. Diese verschränkten Handlungen des Sehens und Lesens, des Begehrens und Schreibens konvergieren, um das raffinierte urbane Selbst durch das Sinnliche und Sexuelle zu formen - und geben uns einen neuen und verlockenden Blick auf die Stadt Isfahan.