Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende und fesselnde Erkundung der Geschichte von St. Paul und hebt Schlüsselpersonen, Ortsnamen und den Einfluss verschiedener Einwanderergruppen hervor. Es grenzt St. Paul wirkungsvoll von seiner Partnerstadt Minneapolis ab und gibt Einblicke in die Entwicklung der Stadt bis in die 1930er Jahre.
Vorteile:Gründlich recherchiert, sehr lesenswert, beschäftigt sich mit historischen Persönlichkeiten und Ortsnamen, gibt Einblicke in den Beitrag der Einwanderer und die Entwicklung der Stadt.
Nachteile:In den Rezensionen nicht erwähnt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Claiming the City: Politics, Faith, and the Power of Place in St. Paul
Sind Minneapolis und St. Paul nur aufgrund ihrer Nähe Zwillingsstädte? Wie können sich zwei Städte, die so oft in einem Atemzug genannt werden, in ihrer Geschichte und ihren Merkmalen so stark unterscheiden? Claiming the City zeichnet die Konturen der bürgerlichen Identität von St.
Paul nach, um zu zeigen, wie persönliche Identitäten und politische Machtstrukturen grundlegend von der Sozialgeografie des Ortes geprägt sind. St. Paul erweist sich als besonders fruchtbarer Ort für eine solche Analyse, weil es sich auf einem anderen Weg entwickelt hat als Minneapolis, seine Schwesterstadt auf der anderen Seite des Mississippi.
Während Minneapolis in der letzten Hälfte des 19.
Jahrhunderts von Skandinaviern, Protestanten und republikanischen Yankee-Progressiven geprägt war, entwickelte sich St. Paul zu einer irischen, katholischen und demokratischen Hochburg.
Zunehmend von der wirtschaftlichen Macht von Minneapolis überschattet, entwickelte St. Paul aus der Not heraus komplexe Allianzen zwischen Unternehmen, Arbeitern und der katholischen Kirche, die über Klassen- und ethnische Grenzen hinweg gingen - eine Kultur des Kompromisses, die in scharfem Kontrast zur schärferen Arbeiterpolitik von Minneapolis stand. Mary Lethert Wingerd bringt die Stimmen von Bürgern und Arbeitern sowie die Machtdynamik von führenden Persönlichkeiten der Stadt, darunter James J.
Hill und Erzbischof John Ireland, zusammen. Sie entwirft ein Porträt von St. Paul, das sowohl durch seine Besonderheit als auch durch seine Relevanz für breitere Interpretationen der Kultur und Politik des Ortes bemerkenswert ist.
Wingerds reiche und lebendige Geschichte von St. Paul zeigt deutlich, dass der Ort - die gelebte Erfahrung und Erinnerung in einem bestimmten räumlichen Kontext - ein konstitutives Element für alle anderen Aspekte der Identität ist.