
The Underspecification of Past Participles
Sind die Partizipialformen der Vergangenheit, die in Passiv- und Perfektsätzen vorkommen, im Wesentlichen identisch oder sollten sie vielmehr in zufällig homophone Passiv- und Perfekt(ive)partizipien unterschieden werden? Dieses Buch erörtert das seit langem bestehende Rätsel der (Nicht-)Identität der Partizipien der Vergangenheit auf der Grundlage eines breiten Spektrums synchroner Daten aus dem Germanischen und dem Romanischen, wobei der Schwerpunkt schließlich auf dem Deutschen und dem Englischen liegt, da hier die wichtigsten Unterscheidungen getroffen werden (z. B.
Auxiliaralternation, ein passives Auxiliar, das kein BE ist). Zusammen mit einigen kontrastiven Erkenntnissen aus dem Slawischen sowie der Diachronie von Passiv- und Perfektperiphrasen weist dies eindeutig auf eine Identitätsbetrachtung hin. Der neuartige Ansatz, der hier vorgestellt wird, legt nahe, dass Partizipien der Vergangenheit diathetische und aspektuelle Eigenschaften vereinen.
Erstere bewirken die Unterdrückung eines externen Arguments, während letztere eine ereignisstrukturempfindliche Perfektivität erzwingen, die die Vollendung einer Situation nur dann herbeiführt, wenn die zugrunde liegende Eventualität eine einfache Zustandsänderung bezeichnet. Ein solcher Ansatz wirft ein Licht auf die komplexen Eigenschaften der Partizipien der Vergangenheit und der Auxiliare, mit denen sie auftreten, auf die Determinanten der Auxiliardetermination sowie auf das Zusammenspiel von Argument- und Ereignisstruktur.