Bewertung:

John Dinans Buch ist ein bedeutender Beitrag zum Studium der Verfassungstheorie und -geschichte und konzentriert sich auf die Verfassungen der Bundesstaaten und ihre Entwicklung als Teil der amerikanischen Verfassungstradition. Es hebt die oft übersehene Bedeutung der Konvente der Bundesstaaten und ihrer Protokolle hervor und untersucht die Unterschiede zwischen einzelstaatlichen und bundesstaatlichen Änderungsprozessen. Der Autor legt eine gut recherchierte Darstellung vor, die zur weiteren Erforschung der einzelstaatlichen Verfassungen anregt.
Vorteile:⬤ Bietet eine aufschlussreiche und großzügige Wissenschaft über Staatsverfassungen.
⬤ Hebt die Bedeutung von Staatskongressen und deren Aufzeichnungen hervor.
⬤ Bietet eine detaillierte historische Analyse des Änderungsprozesses in verschiedenen Staaten.
⬤ Fesselnde Erzählung mit Zitaten, die für Humor sorgen.
⬤ Ermutigt zu weiterem Interesse an der Geschichte der amerikanischen Staatsverfassungen.
⬤ Das Buch lässt die Verfassungen der Bundesstaaten aufgrund der weniger klaren Grenzen zwischen Gesetzes- und Verfassungsrecht „unordentlicher“ erscheinen.
⬤ Einige Leser könnten die dichten historischen Details überwältigend oder komplex finden.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
The American State Constitutional Tradition
Viel zu lange wurde die amerikanische Verfassungstradition ausschließlich durch die 1787 entworfene US-Verfassung definiert. Verfassungsdebatten auf bundesstaatlicher Ebene geben jedoch Aufschluss darüber, wie sich die Amerikaner an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten entschieden haben, sich selbst zu regieren. Von New Hampshire im Jahr 1776 bis Louisiana im Jahr 1992 dienten die Verfassungskonvente der Bundesstaaten nicht nur als Instrumente der Demokratie, sondern auch als Foren zur Überarbeitung der Grundsätze und Institutionen des Bundes.
In The American State Constitutional Tradition zeigt John Dinan, dass die Verfassungen der Bundesstaaten viel mehr sind als nur ein Echo des Bundesdokuments. Sein Buch ist die erste umfassende Studie über alle 114 Verfassungskonvente der Bundesstaaten, für die Debatten aufgezeichnet wurden, und zeigt, dass die Verfassungsdebatten der Bundesstaaten in vielerlei Hinsicht die gesammelte Weisheit der amerikanischen Verfassungsgeber besser widerspiegeln als die traditionelleren Studien zur Bundesverfassung.
Mit seiner außerordentlichen Beherrschung einer Fülle historischer Details verdeutlicht Dinan die von den staatlichen Verfassungsgebern in Betracht gezogenen Alternativen und die Gründe für die Annahme oder Ablehnung verschiedener Regierungsprinzipien und Institutionen. Unter anderem zeigt er, dass die Bundesstaaten das starre föderale Modell des Verfassungsänderungsprozesses fast ausnahmslos ablehnen und flexiblere Verfahren für Verfassungsänderungen bevorzugen; sie gewähren den Bürgern häufig eine stärkere direkte Beteiligung an der Gesetzgebung; sie haben über den Wert des Zweikammersystems debattiert und es bisweilen abgelehnt; und sie haben die Vetomächte sowohl der Exekutive als auch der Judikative verändert.
Dinan zeigt auch, dass die Gründerväter einen minimalistischen Entwurf bevorzugten und sich ausschließlich auf den Schutz des Einzelnen vor staatlichen Maßnahmen konzentrierten, während die Verfassungsgeber der Bundesstaaten oft detailliertere Verfassungen verabschiedeten, die manchmal positive Rechte spezifizierten, deren Durchsetzung von staatlichen Maßnahmen abhängt. Darüber hinaus enthalten die Verfassungen der Bundesstaaten im Gegensatz zur Bundesverfassung häufig Bestimmungen zur Bildung des Charakters der Bürger, die von der Schulpflicht bis zur Regulierung des Glücksspiels oder des Alkoholkonsums reichen.
Dieses bahnbrechende Werk erweitert und vertieft unser Verständnis der Grundsätze, nach denen wir uns selbst regieren wollen, indem es die Verfassungsgebung der Bundesstaaten mit der Tradition der Bundesverfassung verbindet.