Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 4 Stimmen.
Chasing the Great Retreat: The German Cavalry Pursuit of the British Expeditionary Force Before the Battle of the Marne August 1914
Geschrieben als Fortsetzung des preisgekrönten German Failure in Belgium, August 1914: How Faulty Reconnaissance Exposed the Weakness of the Schlieffen Plan (2019), das 2020 mit dem Tomlinson Book Award für das beste englischsprachige Buch des Ersten Weltkriegs ausgezeichnet wurde, steht dieser Band für sich, da die deutsche Armee den gut dokumentierten „Großen Rückzug“ verfolgt. Wir konzentrieren uns auf die deutsche Seite des Rückzugs der British Expeditionary Force (BEF).
Wir zeigen, dass der Große Krieg am 23. August 1914 hätte enden sollen, es aber aufgrund der „Nebel und Reibungen des Krieges“, wie General Carl von Clausewitz erklärte, nicht tat. So wurde „Chasing the BEF“ geboren.
Dies ist eine unglaubliche Geschichte verpasster Gelegenheiten, die durch das Ausmaß an Propaganda, das einige britische Autoren verkündeten, noch verblüffender wird.
Diese Propaganda behauptete im Allgemeinen, dass die britische Feuerkraft der deutschen Armee in der Schlacht von Mons einen schweren Schlag versetzt habe. In ihren Augen haben die Briten diese Schlacht ganz klar gewonnen.
Es wird viel über die Fähigkeit der britischen Soldaten berichtet, in einer Minute 15 Schüsse abzufeuern, die von den Deutschen angeblich mit Maschinengewehrfeuer verwechselt wurden. Dies ist ein Mythos, mit dem viele Leser aufgewachsen sind. Tatsächlich verlor Großbritannien die Schlacht von Mons und hätte den Krieg am 23.
August verlieren müssen. Deutschland verpasste eine weit geöffnete Tür, die für das BEF und die gesamte linke Flanke der französischen Armee eine Katastrophe bedeutet hätte. Wir konzentrieren uns auf die Rolle der deutschen Kavallerie.
Die Rolle der deutschen Kavallerie wurde bisher nur unzureichend erforscht und fand in einigen offiziellen Geschichtsbüchern nur wenig Platz. Im Allgemeinen ignorieren sowohl britische als auch deutsche Werke die Rolle, die die Kavallerie im Krieg spielte.
Wir sprechen hier nur über den rechten Flügel des deutschen Heeres, bestehend aus der Ersten Armee, der Zweiten Armee und zwei Kavallerieformationen, die als Höherer Kavallerie-Kommandeur (HKK 1 und HKK 2) bekannt sind. Bei den HKK handelte es sich um Ad-hoc-Verbände, die vor dem Krieg nie erprobt worden waren. Sie werden oft fälschlicherweise als Kavalleriekorps bezeichnet - die Kavallerie wurde erst 1915 zu einem Korps -, aber sie hatten auch keine Ähnlichkeit mit einem Infanteriekorps.
Viele Autoren verstehen jedoch das Konzept des HKK nicht und gehen daher nicht auf die Kavallerie in operativen Manövern ein.
Dieses Versäumnis ist wirklich bizarr: Die mobilsten Streitkräfte in der Kriegsführung werden zu wenig beachtet. Und warum?