Bewertung:

Das Buch untersucht den historischen Einfluss und das Erbe der sephardischen Juden in Westafrika und beschreibt ihre Migration, Handelspraktiken und Mischehen mit der lokalen Bevölkerung in den 1600er Jahren. Es legt den Schwerpunkt auf die jüdische Identität und die Entwicklung der Ethnie, ist aber auch sehr sorgfältig recherchiert.
Vorteile:Das Buch ist sehr lehrreich und bietet Einblicke in ein weitgehend übersehenes Thema. Es ist gut recherchiert, bietet einzigartige historische Perspektiven und erörtert die komplexe soziale Dynamik der sephardischen Juden in Westafrika. Viele Leser finden das Buch interessant und empfehlen es allen, die sich für Geschichte interessieren.
Nachteile:Einige Rezensenten sind der Meinung, dass bestimmte Aspekte der Geschichte, wie z. B. die Mischehen an der westafrikanischen Küste, einer tieferen Erforschung bedürfen. Außerdem hat ein Rezensent das Buch noch nicht gelesen, was darauf hindeutet, dass er mit dem Inhalt noch nicht vertraut ist.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
The Forgotten Diaspora: Jewish Communities in West Africa and the Making of the Atlantic World
Dieses Buch zeichnet die Geschichte portugiesischer sephardischer Händler aus dem frühen siebzehnten Jahrhundert nach, die sich in zwei Gemeinden an der Petite Cote in Senegal niederließen. Dort lebten sie als öffentliche Juden unter der geistigen Führung eines Rabbiners, der ihnen von der neu gegründeten portugiesischen jüdischen Gemeinde in Amsterdam geschickt wurde.
Im Senegal wurden die Juden von den örtlichen muslimischen Herrschern vor den Agenten der Inquisition geschützt. Zu den Gemeinden an der Petite Cote gehörten mehrere Juden mit gemischter portugiesisch-afrikanischer Herkunft sowie afrikanische Ehefrauen, Nachkommen und Diener. Der Handel mit Klingenwaffen war ein wichtiger Teil ihrer kommerziellen Aktivitäten.
Diese Händler waren nur in geringem Maße am Sklavenhandel, aber in vollem Umfang am Waffenhandel beteiligt und belieferten die westafrikanischen Märkte illegal mit Schwertern. Dieser Handel mit Klingenwaffen hing von Handwerkern und Händlern in Marokko, Lissabon und Nordeuropa ab und beeinflusste die Kriegsführung in der Sahelzone und an der Küste von Oberguinea.
Nachdem Mitglieder dieser Gemeinschaften um 1620 in die Vereinigten Provinzen gezogen waren, hatten sie einen tiefgreifenden Einfluss auf die Beziehungen zwischen schwarzen und weißen Juden in Amsterdam. Die Studie deckt nicht nur bisher unbekannte jüdische Gemeinschaften auf, sondern bietet dadurch auch eine Neuinterpretation der Dynamik und der Prozesse der Identitätskonstruktion in der gesamten atlantischen Welt“.