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Screening Transcendence: Film Under Austrofascism and the Hollywood Hope, 1933-1938
In den 1930er Jahren entwickelten österreichische Filmproduktionsfirmen ein Verfahren, um mit den konkurrierenden Ansprüchen des Publikums in Nazi-Deutschland und des Publikums auf den westlichen Märkten zurechtzukommen. In Screening Transcendence untersucht der Filmhistoriker Robert Dassanowsky, wie österreichische Filmemacher in der Zeit des Austrofaschismus (1933-1938) zwei sich überschneidende Branchen entwickelten: "Arisierte" Filme für den Vertrieb in Deutschland, dem größten Markt, und "Emigrantenfilme", die migrantische und jüdische Talente beschäftigten und ein internationales Publikum ansprachen.
Anhand detaillierter Archivrecherchen sowohl in Wien als auch in den Vereinigten Staaten zeigt Dassanowsky, was in diesen beiden sich überschneidenden Filmindustrien kulturell, gesellschaftlich und politisch auf dem Spiel stand. Beeinflusst vom französischen Auteurismus, bewundert von den italienischen Cineasten und eifrig von Hollywood nachgeahmt, zeigen diese österreichischen Filme der Zeit einen unverwechselbaren regionalen Stil, der sich mit transnationalen Einflüssen vermischt.
Indem er brillante Nahaufnahmen einzelner Filme mit gründlich informierten historischen und kulturellen Beobachtungen kombiniert, präsentiert Dassanowsky die Geschichte einer Nation und einer Industrie, die in Politik, Macht und Intrigen am Rande der Nazi-Besatzung verstrickt ist.