Bewertung:

Das Buch enthält eine Reihe von Gesprächen mit der „Weisheit“, die Christus repräsentiert, mit vielen biblischen Bezügen. Es bietet die Möglichkeit, über spirituelle Themen zu meditieren, leidet aber unter Wiederholungen und lässt in einigen Bereichen einen klaren Kontext vermissen. Die Einleitung des Herausgebers wird stark kritisiert, weil sie dicht und sinnlos ist.
Vorteile:Interessanter Inhalt mit vielen biblischen Bezügen, der zum Nachdenken anregt und fromme Einsichten vermittelt.
Nachteile:Sich wiederholender und manchmal mäandernder Text, fehlender Zusammenhang in der Einleitung des Herausgebers, die als zu lang und zu dicht empfunden wird.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Wisdom's Watch upon the Hours (Seuse Heinrich (Suso))
Das vom Dominikanerprediger und Mystiker Bl. Henry Suso (um 1300-1366) verfasste Horologium Sapientiae, oder Wisdom's Watch upon the Hours, war eine der erfolgreichsten religiösen Schriften seiner Zeit.
Nun wird es der englischsprachigen Welt in einer neuen Übersetzung angeboten, die auf der kritischen lateinischen Ausgabe von Pius K nzle basiert. Die Wache ist im Wesentlichen ein Dialog zwischen dem Autor und der göttlichen Weisheit und erzählt von Susos Dienst an und seiner Verlobung mit der Weisheit, seiner "grausamsten Braut", mit einem Charme, der an zeitgenössische ritterliche Liebesromane erinnert. Die vielen Leser der Wache schätzten sie zweifellos wegen ihrer hingebungsvollen Inbrunst und wegen der Lösungen, die Suso für die Probleme bietet, die untrennbar mit einem aufrichtigen christlichen Leben verbunden sind.
Er lehrt, dass die Teilhabe an der Selbstaufopferung des Erlösers der Weg zur geistigen Vollkommenheit und ein Trost für die Seele inmitten der Sorgen des Lebens ist. Ausgehend von seinen eigenen klugen Beobachtungen zur Vermeidung von "sinnlichen Formen und irdischen Vorstellungen" entwickelt Suso die wesentlichen Elemente der asketischen und mystischen Theologie. Er beobachtet scharfsinnig und kritisch die Missstände seiner Zeit und das Aufkommen von Säkularismus, Hedonismus und Materialismus.
Er schreibt von seiner Sehnsucht nach einer Lebensweise, die schnell verschwindet, nach der Frömmigkeit und Einfachheit der Landbevölkerung, die er als Junge kennengelernt hatte. Für Suso, den "christozentrischen Boethius", waren die Männer und Frauen seiner Jugend Erben der ewigen Weisheit, die auf Christus gegründet ist und in Christus gefunden wird und die in den neuen städtischen Kulturen verloren und vergessen wurde. Der autobiografische Inhalt der Uhr ist besonders interessant für diejenigen, die die Auswirkungen der Verurteilung von Meister Eckhart, Susos verehrtem Lehrer, im Jahr 1329 verfolgen.
Eckhart war wegen Ketzerei verurteilt worden, und Suso zeigt dem aufmerksamen Leser anhand einer Allegorie, wie er einen Weg fand, diesem Urteil zu widersprechen und dennoch ein treuer und loyaler Diener des Heiligen Stuhls zu bleiben. Fast sein ganzes Leben lang litt Suso unter der Eifersucht seiner Mitbrüder und war sich der Gefahren einer unkritischen Anwendung von Eckharts Prinzipien stets bewusst; auch diese Schwierigkeiten werden hier allegorisch dargestellt.