
Truth in Serial Form: Serial Formats and the Form of the Series, 1850-1930
Dieser Band hat seinen Ausgangspunkt in der regelrechten Explosion serieller Formate in allen Darstellungsformen, von der Malerei bis zum Druck, ab Mitte des 19. Jahrhunderts und der bekannten Faszination für Serien in Biologie, Mathematik, Musik, Kunst oder Literatur.
Die neue Medienkultur des späten 19. Jahrhunderts, die stark von diesen seriellen Formaten geprägt ist, sieht sich auf neue und tiefgreifende Weise mit Fragen der Wahrhaftigkeit konfrontiert, so wie vielleicht auch der beschleunigte Rhythmus, die Anonymität und die erweiterte Zugänglichkeit der neuen Medien heute neue Möglichkeiten für die Verbreitung von Fehlinformationen geschaffen haben und uns umgekehrt Anlass geben, unsere Vorstellungen von Wahrhaftigkeit neu zu befragen.
Indem die Beiträge dieses Bandes sowohl die formalen Operationen ästhetischer und wissenschaftlicher Objekte in Serienform als auch den historischen Kontext ihrer Veröffentlichung oder Präsentation untersuchen, untersuchen sie das oft angespannte, aber dennoch ungemein produktive Verhältnis zwischen der Art und Weise, wie eine Serie Fragen der Wahrhaftigkeit verhandelt: sowohl unter Bezugnahme auf die in ihrer Serienform festgelegten Regeln als auch mittels ihres seriellen Formats. Der Band bietet zehn detaillierte Beispiele für die Serienform aus der Wissenschafts- und Journalismusgeschichte, aber auch aus der Geschichte der Malerei, Fotografie und Literatur.