Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Beholding Disability in Renaissance England
Menschliche Unterschiede hat es schon immer gegeben, auch wenn sie unterschiedlich aufgefasst und behandelt wurden. Beholding Disability in Renaissance England interpretiert die Literatur des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts, um die schwierige Besonderheit des menschlichen Körperbewusstseins und die bewusste Art und Weise, wie sie in der frühen Moderne als fähig und nicht fähig konstruiert wurden, zu untersuchen.
Hobgood untersucht frühe moderne Behinderung, Behindertenfeindlichkeit und Behinderungsgewinn und setzt diese zeitgenössischen Konzepte gezielt ein, um zu verdeutlichen, wie Behinderung historisch verleugnet - und auch erklärt - wurde. Auf diese Weise zeigt dieses Buch, wie moderne Ideen und Begriffe das Gewicht der Vergangenheit sichtbarer machen, während sie die Gegenwart prägen, und pflegt einen Dialog, in dem frühneuzeitliche und zeitgenössische theoretische Modelle sich gegenseitig befruchten. Beholding Disability deckt auch entscheidende Gegendiskurse auf, die in der englischen Renaissance zirkulierten und sich gegen die kulturellen Fantasien von Fähigkeiten richteten und ein ausgeprägtes Gespür für nicht-normative Verkörperungen hatten.
Hobgood liest so unterschiedliche Beeinträchtigungen wie Epilepsie, Stottern, Entstellung, Taubheit, chronische Schmerzen, Blindheit und Kastration, um nicht nur die mächtigen Fiktionen von Fähigkeiten in der Renaissance zu verstehen, sondern auch die etwas paradoxe, überraschende Art und Weise, wie diese ableistischen Ideale vielen Schriftstellern und Denkern der Renaissance kreatives Futter boten. Letztlich fordert uns Beholding Disability dazu auf, zu überdenken, was wir über das Menschsein in der frühen Neuzeit und heute zu wissen glauben.