Bewertung:

Das Buch bietet eine wertvolle historische Perspektive auf die englische Magie und ist damit eine wertvolle Ergänzung für eine esoterische Bibliothek. Während einige Teile aufgrund des Schwerpunkts auf Manuskripten trocken sein können, wird der Inhalt bei der Erörterung der rituellen Magie spannender.
Vorteile:Erstaunlicher Wert, ausgezeichnete historische Perspektive auf die englische Magie, hohe Qualität als Teil einer empfohlenen Reihe.
Nachteile:Einige trockene Abschnitte, die sich auf magische Texte und Manuskripte beziehen, könnten für Leser, die sich nicht für diesen Aspekt interessieren, ermüdend sein.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The Transformations of Magic: Illicit Learned Magic in the Later Middle Ages and Renaissance
In diesem originellen, provokanten, gut begründeten und gründlich dokumentierten Buch stellt Frank Klaassen die These auf, dass in spätmittelalterlichen Handschriften zwei Hauptgattungen illegaler gelehrter Magie vorkommen: die Bildmagie, die scholastisch interpretiert und gerechtfertigt werden konnte, und die rituelle Magie (in ihrer extremen Form, der offenen Geisterbeschwörung), die dies nicht konnte. Die Bildmagie wurde in der Regel originalgetreu wiedergegeben, während die rituelle Magie eher angepasst und umgestaltet wurde.
Diese beiden Formen der Magie wurden in den Manuskripten in der Regel nicht vermischt, sondern getrennt dargestellt. Während die Bildmagie im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert häufig kopiert wurde, zeigt The Transformations of Magic, dass das Interesse an ihr als eigenständiges Genre um 1500 rapide abnahm. Stattdessen blieb die andere, problematischere Form der Magie bestehen: die rituelle Magie.
Klaassen zeigt, dass Texte der mittelalterlichen rituellen Magie im 16. Jahrhundert hochgehalten wurden und dass die Verfasser neuer magischer Abhandlungen wie Agrippa von Nettesheim und John Dee der mittelalterlichen Tradition - und insbesondere der mittelalterlichen Tradition der rituellen Magie - weitaus stärker verpflichtet waren, als dies von früheren Forschern angenommen wurde.