Bewertung:

Die Warteliste von Daisy Al-Amir ist eine ergreifende Sammlung von Kurzgeschichten, die sich mit den emotionalen Kämpfen arabischer Frauen befasst und Themen wie Entfremdung, Identität und die Komplexität menschlicher Erfahrungen erforscht. Jede Geschichte bietet eine einzigartige Perspektive auf das Leben und schildert oft tiefe Gefühle von Verzweiflung, Verlust und gesellschaftlichem Druck. Die Autorin fesselt die Leser mit ihrem minimalistischen Stil und ihren nachdenklich stimmenden Beobachtungen.
Vorteile:⬤ Fesselnde Charakterisierung, die bei den Lesern tiefes Mitgefühl hervorruft, selbst für Erfahrungen, die ihnen fremd sind.
⬤ Starke thematische Elemente in Bezug auf die Kämpfe und emotionalen Landschaften von Frauen im Nahen Osten.
⬤ Ein minimalistischer Schreibstil, der kleine, eindringliche Szenen der Menschlichkeit hervorhebt.
⬤ Die Geschichten regen zum Nachdenken an und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.
⬤ Al-Amir schildert auf elegante Weise universelle Themen wie Entfremdung und Identität, so dass die Geschichten über den kulturellen Kontext hinaus nachvollziehbar sind.
⬤ Einige Leser fanden, dass der Schreibstil gelegentlich kleinere Unstimmigkeiten enthält, wie z. B. die übermäßige Verwendung von Ausrufezeichen und rhetorischen Fragen, die von der Erzählung ablenken können.
⬤ Einige Leserinnen hatten traditionellere Erzählungen erwartet, die sich auf das Leben in der muslimischen Gesellschaft konzentrieren, aber die Geschichten haben einen breiteren Ansatz zum Thema Weiblichkeit und persönliche Identität.
⬤ Die Sammlung könnte sich wiederholen, da einige Geschichten ähnliche Themen oder Figuren zu behandeln scheinen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
The Waiting List: An Iraqi Woman's Tales of Alienation
Daisy Al-Amir ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der Frauenliteratur in der arabischen Welt von heute. Diese Sammlung von Erzählungen, die ursprünglich im Libanon unter dem Titel Ala La'ihat al-Intizar veröffentlicht wurde, ist die jüngste ihrer fünf Veröffentlichungen.
Ihre Geschichten spiegeln die Erfahrungen von Frauen in den chaotischen Welten des libanesischen Bürgerkriegs und des Aufstiegs von Saadam Hussain zum irakischen Staatschef auf intime Weise wider. Die Geschichten, die im Irak, auf Zypern und im Libanon spielen, beleuchten eine ungewöhnliche Erfahrung von Flüchtlingen im Nahen Osten - die eines Kulturflüchtlings, einer geschiedenen Frau, die gebildet, wohlhabend und allein ist. Al-Amir ist auch Dichterin und Romanautorin, deren sinnliche Prosa aus einer langen Tradition irakischer Poesie erwächst.
In ihren Werken finden sich aber auch existenzielle Themen, denn Al-Amir versucht, in der turbulenten Welt, in der sie lebt, ein Gleichgewicht zwischen dem, was schicksalhaft und dem, was willkürlich erscheint, herzustellen. Sie beschäftigt sich mit Zeit und Raum in einem minimalistischen, surrealen Stil, während sie die Enttäuschungen des Lebens durch die subjektive Brille der Erinnerung betrachtet.
Indem sie die Abwesenheit der Familie und die Unbeständigkeit des Ortes ehrlich konfrontiert, verleiht Al-Amir den leblosen Objekten ihrer sich rasch verändernden Welt lebensechte Qualitäten. Neben den Erzählungen sind auch zwei Beispiele für experimentelle Gedichte der Autorin enthalten.
In ihrer Einleitung ordnet Mona Mikhail diese Geschichten und Gedichte in den Kontext der zeitgenössischen islamischen Literatur und der Gender Studies ein.