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The Female Secession: Art and the Decorative at the Viennese Women's Academy
Das dekorative Kunsthandwerk wird gemeinhin mit traditioneller Weiblichkeit und unbedrohlicher Fügsamkeit assoziiert. Die Künstlerinnen der "weiblichen Sezession" im Wien der Zwischenkriegszeit schufen jedoch handwerkliche Kunstwerke, die als Orte des feministischen Widerstands verstanden werden können. In diesem Buch erzählt die Historikerin Megan Brandow-Faller, wie diese Künstlerinnen lange etablierte Grenzen sprengten, indem sie daran arbeiteten, die festen Gegensätze zwischen "Kunst" und "Handwerk", "dekorativ" und "tiefgründig" sowie "männlich" und "weiblich" in der Kunst zu überwinden.
Randow-Faller zeichnet die Geschichte der Frauenkunstbewegung im sezessionistischen Wien nach - von ihren Anfängen im Jahr 1897 an der Frauenakademie bis hin zur Vereinigung österreichischer Künstlerinnen und ihrem radikalen Ableger, der Wiener Frauenkunst - und erzählt die fesselnde Geschichte einer Bewegung, die die Stereotypen, die mit der Idee der Frauenkunst verbunden waren, zurückforderte. Sie zeigt, wie Generationskämpfe und divergierende künstlerische Philosophien von Kunst, Handwerk und Design die konservativen und radikalen Flügel der österreichischen Frauenkunstbewegung auseinander trieben, und untersucht, wie Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen die Ideen der Klimt-Gruppe in der Zwischenkriegszeit neu interpretierten und erweiterten. Brandow-Faller stellt eine direkte Verbindung zu den Themen her, die die bekanntere Explosion der feministischen Kunst im Amerika der 1970er Jahre vorantrieben. In dieser provokanten Geschichte einer Wiener Moderne, die ihre ornamentalen, dekorativen Wurzeln nie verleugnete, widmet sie den wichtigsten Primärquellen große Aufmerksamkeit, darunter Fotografien und Rezensionen von Ausstellungen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts sowie Archivunterlagen über Lehrpläne und Personal.
Fesselnd geschrieben und mit mehr als achtzig repräsentativen Illustrationen versehen, fasst The Female Secession das radikale Potenzial dessen, was Fanny Harlfinger-Zakucka als "Werke aus Frauenhand" bezeichnete, wieder zusammen. Das Buch richtet sich an KunsthistorikerInnen, die sich mit der dekorativen Kunst und der Moderne beschäftigen, sowie an HistorikerInnen der Wiener Secession und der Geschlechtergeschichte.