Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
The World of Hannah Heaton
Hannah Heaton, eine gewöhnliche Frau aus Neuengland im 18. Jahrhundert, hinterließ ein außergewöhnliches Dokument als Vermächtnis. Über einen Zeitraum von 40 Jahren, vom Großen Erwachen bis zum Revolutionskrieg, führte die Farmerin und Mutter ein Tagebuch, in dem sie ihre Erlebnisse festhielt. Das nun zum ersten Mal veröffentlichte Tagebuch bietet einen unvergleichlichen Einblick in die Erfahrungen einer amerikanischen Frau bei der Gründung der Nation.
Ein großer Teil ihres Tagebuchs dokumentiert Heatons geistliche Kämpfe, beginnend mit ihrer Bekehrung während des Großen Erwachens und ihrer Trennung von der etablierten Kongregationskirche. Von Natur aus fromm, erinnert sie sich an ihre kindlichen Ängste vor dem Teufel, der sie nachts vom Gebet abhielt und ihr im Flüsterton sagte, sie solle sich aufhängen. In tiefer Sorge um ihr eigenes Seelenheil und das derer, die sie liebte, fand Heaton Trost im Schreiben, weil sie spürte, dass diese Selbstprüfung sie näher zu Gott brachte.
Hannah Heaton war gläubig und sehr selbstbewusst. Geistig isoliert von ihrem Mann und ihren Kindern und oft im Streit mit ihren Nachbarn und der Kirchengemeinde, fand sie Trost in ihrem Tagebuch, das zeitweise ihr einziger Freund war. Sie liebte ihren Mann sehr, bedauerte aber dennoch, einen Nichtgläubigen geheiratet zu haben, und sehnte sich danach, dass er ein echter spiritueller Partner würde. Er tolerierte ihre religiösen Überzeugungen, war aber gelegentlich frustriert und versteckte sogar ihre Brille, damit sie nicht in der Bibel lesen konnte.
Als überzeugte Patriotin hielt Heaton ihre Eindrücke vom Revolutionskrieg sorgfältig fest. In der Überzeugung, dass der Kampf um die Unabhängigkeit Teil des göttlichen Plans war, begann Heaton, die vor dem Krieg kaum Notiz von der politischen Welt um sie herum genommen hatte, ausführlich über die kaiserliche Politik und militärische Einsätze zu schreiben. Während sie über die nationalen Kämpfe schrieb, interessierte sie sich jedoch auch für die komplizierten Details ihres eigenen Privatlebens: ihre Beziehungen zu Verwandten und Nachbarn, ihre häuslichen Kämpfe und ihre persönlichen Erfahrungen mit Krankheit und Tod. Heatons ungekürztes Tagebuch, herausgegeben und kommentiert von Barbara E. Lacey, ist eine außerordentlich wertvolle Quelle für Wissenschaftler und Studenten der Kolonialgeschichte, der Frauenforschung und der Religion in Amerika.