Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Erkundung von Internet-Memes, ihrer Funktionsweise und ihrer sozialen Auswirkungen. Es gilt als grundlegend für künftige Diskussionen über mimetische Kultur und ist mit Beispielen gefüllt, die als kulturelle Momentaufnahmen dienen.
Vorteile:Gründliche Darstellung von Memen, nuancierte Erklärung ihrer sozialen Auswirkungen, bietet ein Vokabular zum Verständnis von Online-Inhalten, dient als kulturelles Archiv, ideal für die akademische Forschung.
Nachteile:Keine explizite Erwähnung in den Rezensionen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The World Made Meme: Public Conversations and Participatory Media
Wie memetische Medien - zusammengefasste Texte, die kollektiv erstellt, verbreitet und umgewandelt werden - zu einem Teil der öffentlichen Gespräche werden, die breitere kulturelle Debatten prägen.
Internet-Memes - digitale Schnipsel, die einen Witz machen, eine Aussage treffen oder eine Verbindung herstellen - sind heute eine Lingua franca des Online-Lebens. Sie werden von zahllosen Benutzern in riesigen Netzwerken kollektiv erstellt, verbreitet und verändert. Die meisten von uns kennen die Katze, die Klavier spielt, Kanye, der unterbricht, Kanye, der die Katze unterbricht, die Klavier spielt. In The World Made Meme argumentiert Ryan Milner, dass Meme und der memetische Prozess die öffentliche Konversation prägen. Man kann sich kaum einen bedeutenden popkulturellen oder politischen Moment vorstellen, der nicht eine Konstellation von memetischen Texten hervorbringt. Memetische Medien, so Milner, bieten Teilhabe durch Wiederaneignung, indem sie das Vertraute und das Fremde ausbalancieren, während sich neue Iterationen mit etablierten Ideen verflechten. Neue Kommentare entstehen durch die vermittelte Zirkulation und Transformation alter Ideen. Durch memetische Medien verweben sich kleine Fäden zu großen Gesprächen.
Milner betrachtet die formalen und sozialen Dimensionen der memetischen Medien und skizziert fünf grundlegende Logiken, die sie strukturieren: Multimodalität, Wiederaneignung, Resonanz, Kollektivismus und Verbreitung. Er untersucht, wie memetische Medien in öffentlichen Gesprächen sowohl befähigen als auch ausschließen, und erforscht das Potenzial für eine öffentliche Stimme trotz alltäglicher Widersprüche. Milner argumentiert, dass memetische Medien die Teilnahme vieler Stimmen ermöglichen, selbst inmitten anhaltender Ungleichheit. Diese neue Art der partizipatorischen Konversation verkompliziert seiner Meinung nach die traditionelle Kulturindustrie. Wenn sich uralte Gatekeeper mit neuen Formen des Informationsaustauschs verflechten, wird das Verhältnis zwischen kollektiver Beteiligung und individuellem Ausdruck ambivalent.
Ob zum Guten oder zum Schlechten - und Milner nennt Beispiele für beides -, die semantischen Medien haben die Art der öffentlichen Konversation verändert.