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Resurrecting Jane de la Vaudre: Literary Shapeshifter of the Belle poque
Diese fesselnde Erzählung schildert die Geschichte von Jane de La Vaudre (ne Jeanne Scrive), einer produktiven und gefeierten Schriftstellerin der französischen Belle poque. Indem sie Biografie und literarische Analyse miteinander verwebt, untersucht Sharon Larson die Art und Weise, wie La Vaudre ihre Persona an die wechselnden literarischen Trends und die Nachfrage der Leserschaft anpasste - und wie sie Kontroversen schuf und davon profitierte.
La Vaudre, die heute relativ unbekannt ist, veröffentlichte mehr als vierzig Romane, Gedichtbände und dramatische Werke sowie Hunderte von kürzeren Stücken. Als kontroverse Figur, die als Plagiatorin bekannt war, zog La Vaudre die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und ihrer Kollegen auf sich, die sie in Literaturzeitschriften und Schlüsselromanen karikierten. Vor allem behauptete La Vaudre, die Pantomime Rve d'Egypte geschrieben zu haben, die 1907 im Moulin Rouge aufgeführt wurde und in der es zu einem Kuss zwischen Missy und Colette kam, der zu Unruhen und der Suspendierung weiterer Aufführungen führte. Larson untersucht das Zusammenspiel dieser verschiedenen medialen Konstruktionen, wobei er La Vaudres Selbstdarstellung in Interviews und Werbespots den Vorzug gibt, und zeigt auf, wie sie ein Image schuf, das die öffentliche Aufmerksamkeit fesselte und den Verkauf ihrer Schriften ankurbelte.
Dieser Band ist eine fesselnde Untersuchung von La Vaudres Leben und Werk, die die Schwierigkeiten der Wissenschaft bei der verantwortungsvollen Suche nach verlorenen weiblichen Stimmen beleuchtet und einen längst überfälligen Beitrag zur französischen Literaturwissenschaft des neunzehnten Jahrhunderts leistet.