Bewertung:

Das Buch bietet eine fesselnde Erkundung des Lebens von Frauen durch Kunst und den historischen Kontext von Provincetown. Die Leserinnen und Leser schätzen die lebendigen Beschreibungen und die nostalgische Atmosphäre, auch wenn es Anfragen für Übersetzungen gibt, um Nicht-Englisch-Sprechern entgegenzukommen.
Vorteile:⬤ Gut geschrieben und aufschlussreich
⬤ fesselnde Beschreibungen von Provincetown
⬤ entführt die Leser in die Vergangenheit
⬤ eine detaillierte Chronologie des Lebens der Autorin
⬤ unterhaltsame 'Slice of Life' Erzählung.
Einige Leser könnten Schwierigkeiten mit der englischen Sprache haben; fordert eine Übersetzung ins Französische aufgrund von Sprachbarrieren.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Time and the Town: A Provincetown Chronicle
Die Zeit und die Stadt war das letzte Buch von Mary Heaton Vorse. Es handelt von vielen Dingen - einer Stadt und ihren Menschen, der Autorin, einer bestimmten Art von idyllischem Leben. Vor allem aber ist es die Biografie des Hauses, das Vorse 1907 kaufte und in dem sie die nächsten sechsunddreißig Jahre lang immer wieder lebte. Die Stimmungen des Hauses spiegeln ihre eigenen wider. "Unsere Häuser", schrieb sie, "sind unsere Biografien, die Geschichten unserer Niederlagen und Siege".
Das von Nostalgie und Ernüchterung geprägte Buch beschreibt ein Provincetown, das sich verändert hat, einen Ort an der Schwelle zur Moderne. Provincetown ist nicht länger ein wichtiger Fischereihafen. Es ist ein Ort geworden, dessen Geschäft der Tourismus ist. Indem sie das Alte mit dem Neuen kontrastiert, würdigt Vorse den beständigen Charakter der Stadt selbst. Sie erzählt Geschichten, die einnehmend und charmant, skurril und märchenhaft sind. Die faltige Mrs. Mary Mooncusser, die sich, obwohl sie betrunken und splitternackt ist, mit großem Anstand verhält, wenn Vorse sie besucht, könnte aus den Seiten von Sherwood Anderson oder Eudora Welty stammen. In einer anderen Anekdote suchen die Städter an den Stränden nach Kisten mit Schnaps, die von Rumschmugglern ins Meer geworfen wurden, und werden kurzzeitig vom Geist der alten Schmuggler und Seeräuber beflügelt.
Vorse selbst blieb in Provincetown so etwas wie eine Außenseiterin, trotz ihrer offensichtlichen Zuneigung zu dem Ort und seinen Bewohnern. Diese betrachteten sie sicherlich einfach als eine weitere Künstlerin und Intellektuelle, von denen viele in diesem Buch zu Wort kommen. Die "Off-Cape"-Außenseiter rückten die Stadt ins nationale Rampenlicht, interessierten sich aber nicht für die lokalen Angelegenheiten. Vorse denkt hier ausschließlich über lokale Angelegenheiten nach, fast, so vermutet man, um die komplexeren Themen zu vergessen, die sie beschäftigten - ihre Qualen der elterlichen Schuld, ihre Abneigung gegen häusliche Pflichten, ihre dritte Ehe, ihre Depressionen und Zusammenbrüche. Die Stadt ist in diesem Sinne jenseits der Zeit.